Franzosen wollen ihr Geld zurück: Carla Bruni-Sarkozy hat Ärger wegen Website

Franzosen wollen ihr Geld zurück : Carla Bruni-Sarkozy hat Ärger wegen Website

Neuer Ärger um Carla Bruni: Internet-Seite der Ex-Premiere Dame sorgt für Polemik. Der Sängerin wird Verschwendungssucht auf öffentliche Kosten vorgeworfen.

"Carla, gib uns das Geld zurück!" So könnte Frankreichs neuer Sommerhit lauten, würde der jüngste Wirbel um die ehemalige First Lady und Sängerin Carla Bruni-Sarkozy in Noten gegossen.

Nach der Aufregung um ihre kostenlosen First-Class-Flüge an Bord der Air France sorgt der verschwenderische Lebensstil des aus begütertem Hause stammenden Ex-Models abermals für Ärger. In der Kritik stehen diesmal die exorbitant hohen Ausgaben für ihre Webseite www.carlabrunisarkozy.org.

Website kostete 410.000 Euro

Einem Bericht des Rechnungshofes zufolge hat der für die Außendarstellung der damaligen Präsidentengattin geschaffene Internet-Auftritt allein 2011 und 2012 insgesamt 410.000 Euro gekostet. Die Summe sei vollständig aus der Staatskasse — und damit vom französischen Steuerzahler - beglichen worden, befanden die Rechnungsprüfer. "Wucher" schimpfen Web-Experten, die die Homepage umgehend unter die Lupe nahmen. Diese, so das einhellige Urteil, hätte maximal ein Hundertstel des Preises kosten dürfen, zumal die Seite äußerst einfach gebaut sei.

"Der Steuerzahler ist betrogen worden — das steht für mich zweifelsohne fest!", entrüstete sich Blogger Olivier Laurelli. Und auch Webseiten-Entwickler Nicolas Bousquet erklärte die 410.000 Euro für weit überzogen: So wie sie gestaltet sei, hätte die Homepage von "irgendjemand beliebigem für weniger als 10.000 Euro entwickelt werden können", beklagte er. Mit dem Geld könne er 18 Monate lang zehn Mitarbeiter für ein Webseiten-Projekt beschäftigen. In einer Online-Petition fordert Bousquet nun, dass Bruni das Geld zurückzahlt und für wohltätige Zwecke spendet. Innerhalb weniger Tage zählte das Ersuchen bereits über 86.000 Unterschriften (Stand Dienstagnachmittag).

Bruni fühlt sich in ihrer Ehre verletzt

Die Antwort Brunis ließ nicht lange auf sich warten. Allen, die ihre "persönliche Ehre verletzen", drohte sie mit Verleumdungsklage. Über die nach ihr benannten Stiftung "Carla Bruni Sarkozy" ließ sie zudem erklären: Alle "auf der Homepage sichtbaren Inhalte" seien "vollständig von der Stiftung" und "in keiner Weise vom Staat finanziert" worden. Ihr Anwalt merkte an, dass die Seite nur über offizielle Termine der ehemaligen First Lady informierte und "im Mai 2012 eingestellt wurde". Die Stiftung könne daher "nicht verdächtigt werden, einen einzigen öffentlichen Cent erhalten zu haben".

Allerdings nützt die 2009, während der Präsidentschaft von Brunis Ehegatten, Nicolas Sarkozy, gegründete karitative Einrichtung ebenfalls die Webadresse www.carlabrunisarkozy.org, diese existiert also nach wie vor. Zwar enthält die Homepage heute nur noch Informationen über die Programme und Aktivitäten der Stiftung, die sich dem Kampf gegen Analphabetismus und soziale Benachteiligung widmet. Vor der Niederlage von Nicolas Sarkozy bei der Präsidentschaftswahl im Mai 2012 warb die Seite dagegen durchaus noch für die Aktivitäten der einstigen Première Dame, Bruni-Sarkozy.

Für Web-Experte Bousquet ändern die "Erklärungen" der Sängerin damit nichts an der Tatsache, dass www.carlabrunisarkozy.org mit 410.000 Euro aus der Staatskasse finanziert wurde. Es gehe nicht um Web-Inhalte, es gehe um die Homepage selbst, erklärt er. Und Blogger Laurelli sagt: "Ich glaube, dass Brunis Anwalt bewusst Webseite und Inhalte verwechselt." Frankreichs Steuerzahler wollten nun wissen, was mit ihrem Geld passiert sei.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Carla Bruni-Sarkozy zeigt sich wieder

(hüls)