312.800 Dollar: Brandos Drehbuch zu "Der Pate" erzielt Rekordpreis

312.800 Dollar : Brandos Drehbuch zu "Der Pate" erzielt Rekordpreis

New York (rpo). Das Drehbuch zu "Der Pate" hat bei der Versteigerung von Stücken aus dem Nachlass von Marlon Brando einen Rekordpreis erzielt. Das mit zahlreichen handschriftlichen Notizen versehene Skript des legendären US-Schauspielers wechselte bei der Auktion am Donnerstag für 312.800 Dollar (258.683 Euro) den Besitzer, wie das Auktionshaus Christie's in New York mitteilte.

Den bisherigen Rekord hielt das Drehbuch zu "Vom Winde verweht" aus dem Besitz von Clark Gable, das 1996 für 244.000 Dollar versteigert worden war. Brandos Drehbuch zu dem Filmklassiker aus dem Jahr 1972 war bei der spektakulären Auktion heftig umworben.

Ein anonymer Bieter ergatterte das Skript schließlich per Telefon zum mehr als 30-Fachen des Schätzwertes. Auch ein handschriftlicher Brief des Autors der Buchvorlage zum "Paten", Mario Puzo, erzielte einen gigantischen Preis. Das Schreiben, in dem Puzo Brando inständig bittet, die Rolle des Paten zu übernehmen, wurde für 132.000 Dollar verkauft.

Seine Rolle als Mafia-Boss brachte Brando einen Oscar für die beste Nebenrolle ein. Christie's hatte den Wert des Briefes auf lediglich 1200 Dollar geschätzt. Insgesamt kamen mehr als 320 Stücke aus Brandos Nachlass unter den Hammer.

Für 48.000 Dollar wechselte ein Foto den Besitzer, das Brando zusammen mit seiner Filmkollegin Rita Moreno zeigt und dass die einzige Erinnerung an die Dreharbeiten zu "Am Abend des folgenden Tages" aus dem Jahr 1968 ist. Brando hatte das Bild in seinem Haus am Mulholland Drive in Los Angeles an der Wand hängen. Ein Tischfußballspiel brachte 5400 Dollar ein.

Die Abschrift eines Telegramms von Brando an seine Schauspielkollegin Marilyn Monroe erzielte 36.000 Dollar - der Schätzwert lag bei höchstens 500 Dollar. In dem Scheiben von 1961 versucht Brando die nach einer Depression aus dem Krankenhaus entlassene Monroe seelisch aufzubauen. Mehrere Objekte verwiesen auch auf Brandos Sympathie für die Indianer und US-Bürgerrechtler. Ein Briefwechsel zwischen Martin Luther King und dem Hollywood-Star, der bei der berühmten Rede "Ich habe einen Traum" anwesend war, brachte 13.200 Dollar ein.

Brandos zweitältester Sohn Miko sprach nach der Auktion von einem "wahren Erfolg". "Es macht demütig, wenn Sammler und Fans so viel Geld ausgeben, um ein Stück Erbe und Geschichte meines Vaters zu erhaschen", sagte er. Doch nicht alle Familienmitglieder waren froh über den Verkauf von Stücken aus dem Nachlass. Noch wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Versteigerung hatte das Auktionshaus Christie's auf Verlangen von Brandos Sohn Christian ein Medaillon aus der Liste nehmen müssen.

Der zweifache Oscar-Preisträger Brando war am 1. Juli 2004 im Alter von 80 Jahren gestorben. Neben "Der Pate" gehören zu seinen bekanntesten Filmen "Apocalypse Now", "Die Meuterei auf der Bounty" und "Endstation Sehnsucht". Das Interesse an der Versteigerung war auch deshalb so groß, weil Brando sein Privatleben zunehmend von der Öffentlichkeit abgeschottet hatte. Der Schauspieler war drei Mal verheiratet und geschieden. Er hatte mit seinen Ehefrauen und verschiedenen Geliebten insgesamt elf Kinder.

(afp)
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