Bettina Wulff und Christian Wulff feiern ein Comeback als Paar

Ehemaliger Bundespräsident: Die Wulffs sind wieder zusammen

Die Scheidung wurde abgesagt. Wie scheinbar gescheiterte Ehen zu retten sind, verraten zwei Paartherapeuten.

Christian Wulff und seine von ihm getrennt lebende Frau Bettina sind nach ihrem Beziehungs-Aus vor über zwei Jahren wieder ein Paar. Das bestätigte am Mittwoch der Anwalt des ehemaligen Bundespräsidenten.

Nach Berichten der Zeitschrift "Bunte" werde der 55-Jährige wieder bei Bettina Wulff (41) und ihrem achtjährigen Sohn in Niedersachsen einziehen. Gemeinsam sollen sie kürzlich in Verona Urlaub gemacht haben - auch ihre Flitterwochen hatten sie 2008 in Italien verbracht.

Es war eine Beziehung im Rampenlicht: 2006 lernte die Pressereferentin den Politiker kennen, der damals noch Ministerpräsident in Niedersachsen und zudem verheiratet war. 2008 ließ er sich scheiden, kurz darauf heiratete er die schwangere Bettina Körner im Weserbergland. 2010 war dann die Freude riesig, als Christian Wulff zum Bundespräsidenten gewählt wurde.

Doch als die "Wulff-Affäre" zu seinem Rücktritt im Februar 2012 führte, kriselte es auch privat im Schloss Bellevue. Ihre kurz darauf erschienene Biografie "Jenseits des Protokolls" soll bei ihrem Gatten ebenfalls nicht gut angekommen sein: Bettina Wulff schrieb über Privates und ihr "fremdbestimmtes" Leben in Berlin. Ein halbes Jahr später gab das Paar seine Trennung bekannt.

Verletzte Gefühle oder Krisen, die von außen auf das Paar zukommen, können eine Beziehung ins Wanken bringen, weiß auch Paartherapeutin Lisa Kleinrahm aus Ratingen. "Durch den gewonnenen Abstand kann man sich wieder auf das besinnen, was die Beziehung einmal ausgemacht hat." Doch sagt man nicht im Volksmund, wie aufgewärmter Kaffee schmecken auch aufgewärmte Beziehungen? Von einem Neuanfang abzuraten sei, wenn sich die beiden nur aus einem Gefühl der Einsamkeit wieder finden, ohne den ernstgemeinten Willen, etwas anders machen zu wollen. Wichtig sei, nicht in alte Fahrwasser zu geraten, zur Not müsse man professionelle Hilfe zu Rate ziehen. "Auf gegenseitige Vorwürfe solle man besser verzichten und stattdessen Wünsche formulieren." Das mache eine Beziehung viel inniger und tiefer. "Das Vertrauen wächst und vor allem die Lebendigkeit und Geborgenheit wird oft stärker als jemals zuvor erlebt", sagt die Therapeutin.

Mehr als jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden - ein Zurück schließen die meisten Paare für sich aus. Doch es ist nicht unmöglich, sagt auch Paartherapeut Volker van der Boom: "Wenn noch Liebe da ist, sollte man es ausprobieren." Für den Eheberater, der in Düsseldorf und Aachen tätig ist, muss die Bereitschaft vorhanden sein, ernsthaft an der Beziehung arbeiten zu wollen. "Das wird nicht einfach, und es wird nicht schön", so van der Boom. In einem ersten Gespräch - die Experten empfehlen ein Treffen auf neutralem Boden - sollte Offenheit herrschen. Gut sei, von seinem Partner zu hören, "was er seinerseits meint, falsch gemacht zu haben, und was man in der Zukunft besser machen kann". Ob sich ein Partner verändert hat, merke man innerhalb von drei Monaten, so von der Boom: "Ich warne davor, zu schnell auf Versprechungen einzugehen."

Seiner Meinung nach sollte ein Paar seine Versöhnung zunächst alleine angehen und Verwandte und Freunde erst einweihen, wenn es sich ganz sicher sei. Bei einem Paar, das wie die Wulffs in der Öffentlichkeit steht, sei der Druck noch größer. "Ein öffentliches Paar hat immer die Schwierigkeit, ungezwungen zu leben. Das engt unglaublich ein", sagt Lisa Kleinrahm.

(RP)
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