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Augsburg: Helge Schneider bricht Strandkorb-Konzert ab

Kritik an Corona-Maßnahmen : Helge Schneider bricht Strandkorb-Konzert in Augsburg ab

Der Musiker, Comedian und Entertainer Helge Schneider hat sein Konzert beim Strandkorb-Open-Air in Augsburg abrupt beendet und abgebrochen. Offenbar war er mit den Gegebenheiten rund um die Corona-Vorsichtsmaßnahmen nicht zufrieden.

Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtete, hatte der Komiker und Kabarettist sein Konzert nach fast 40 Minuten abgebrochen. Mit folgenden Worten soll er die Bühne verlassen haben: "Das System hier ist fadenscheinig und dumm. Es tut mir leid für euch und vielleicht bekommt ihr euer Geld wieder zurück.“ Damit verließen Helge Schneider, sein "Diener" Bodo, sein elfjähriger Sohn Charlie, der am Schlagzeug saß, und der Gitarrist Sandro Giampietro die Bühne.

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Sein berühmter Song "Katzeklo" war gerade angekündigt worden, da entschied er sich laut Bericht dann für den Abbruch. Kurz zuvor hatte der 65-Jährige aber wohl noch gesagt: "Ich will das der Zuschauer nach meinem Konzert sagt: Ich habe vor Lachen in den Strandkorb geschissen."

Daraus wurde dann zum Leidwesen vieler Fans nichts mehr. Wie die „Augsburger Allgemeine“ weiter berichtete, versuchte Moderatorin Marion Buk-Kluger, die Leute zu beschwichtigen: „Bitte bleiben Sie auf Ihren Plätzen. Wir versuchen, Helge Schneider umzustimmen.“ Vergebens.

Ein Sprecher des Schneider-Managements soll dann noch vor die Zuschauer getreten sein und verkündet haben, dass man die Fans auf den Internetseiten informiere, wie und wo man das Ticket zurückgeben könne.

Am Abend meldete sich der Künstler über Facebook bei seinen Fans und versprach, dass die Tour weitergehe und man die Fans in Augsburg auf dem Laufenden halten werde.

Auf Twitter schrieb er: „Ich habe es abgebrochen aufgrund massiver Störungen seitens der Gastronomie, die ihre Mitarbeiter immer an der Bühne vorbeischickten, um das Publikum mit Getränken zu versorgen.“ Er habe sich abgelenkt gefühlt und erst später erfahren, dass diese Menschen andere bedienten.

„Ich muss ehrlich sein. Ich will kein Scheiß-Konzert geben. Und ich spule auch nicht einfach nur ab. Sondern ich erfinde während des Konzerts auch Sachen. Ich will ja auch Leute begeistern“, schrieb er weiter und bedankte sich bei denjenigen, die seine Entscheidung respektiert hätten.

Ob der 65-Jährige seinen Auftritt in Augsburg nachholen wird, blieb zunächst unklar. „Ich hoffe, dass wir uns wieder sehen zu besseren Konditionen“, sagte er lediglich. Erst kürzlich hatte Schneider sich über die teils große Entfernung zum Publikum bei manchen Auftritten beklagt.

Bei dem Festival „Strandkorb Open Air“ soll es in diesen Sommer Konzerte in fünf bayerischen Städten geben – die Fans sitzen in Strandkörben unter freiem Himmel. Die Besucher bekommen einen festen Korb zugewiesen, um Abstände zu anderen einzuhalten. Zudem gibt es weitere Maßnahmen, damit sich das Publikum möglichst nicht begegnet. Getränke und Speisen können die Gäste direkt an ihre Körbe bestellen.

(felt/hebu/dpa)