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Anfeindungen gegen ARD-Kindershow-Moderator Willi Weitzel zehn Jahre nach Sendungsende

„Willi will’s wissen“ : ARD-Kindermoderator wegen Rollstuhl-Sprüchen in alter Folge in der Kritik

„Willi will’s wissen“ war eine erfolgreiche Kindersendung im deutschen Fernsehen. Jahre nach dem Ende wird der damalige Moderator nun angefeindet. Weil er sich in den Folgen abfällig über Behinderte geäußert haben soll. Jetzt setzt er sich zur Wehr.

Der Song seiner Sendung war ein Ohrwurm, die Inhalte der Show „Willi will’s wissen“ sollten informativ und unterhaltsam sein. Zwischen 2002 und 2010 war TV-Moderator Willi Weitzel Gastgeber der genannten Show und suchte sich auch schwere Themen aus. So stellte er sich in einer Ausgabe die Frage, wie es wohl ist, auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. Einige Sequenzen gingen nun in den vergangenen Tagen viral und sorgten für einen veritablen Shitstorm auf der Facebook-Seite des Moderators.

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Was war passiert? Einige Szenen verbreiteten sich im Internet. Darauf ist zu sehen, wie Weitzel Kindern im Rollstuhl folgende Sätze sagt: „Etwas, eine Kleinigkeit, unterscheidet mich von euch. Ich kann gehen, ich bin ein Fußgänger. Heute geht es darum, wie es ist, wenn man im Rollstuhl sitzt.“ In einem weiteren Ausschnitt sagt Willi zu seinem vom Hals abwärts gelähmten Gesprächspartner: Die Hand kann ich dir leider nicht geben. Du arbeitest in einer Bank, das heißt, wenn jetzt ein Bankräuber reinkommt und sagt: Hände hoch, Geld her…“

In den kurzen Sequenzen klingt es so, als mache sich der Moderator lustig. Dabei dürfte allen klar sein: „Willi will’s wissen“ war eine Kindersendung, in der auch schwere Themen in leichter Sprache erklärt wurden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass solche Sätze fallen.

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Der Ärger auf Weitzel wuchs jedenfalls derartig an, dass er sich nun auf Facebook äußerte. Weitzel schreibt, dass es sich dabei um „verkürzte und aus dem Zusammenhang gerissene Filmausschnitte“ handelt. Wer die ins Netz gestellt habe, wisse er nicht. „Weder kenne ich diejenigen, noch habe ich Kontakt zu ihnen. Diese Memes sind für viele Zuschauer sehr unterhaltsam. Für manche aber sehr verletzend. Diejenigen, die sich über die Filmausschnitte empören und mich als diskriminierend empfinden, sind leider denjenigen aufgesessen, die die Ausschnitte aus dem Zusammenhang gerissen haben.“

Dann wird er persönlich: „Alle, die mich kennen, wissen, dass ich ein Menschenfreund bin und nicht respektlos. Schade, dass ich (und leider auch meine Mutter) von manchen so beschimpft werde(n).“ Für alle, die sich ein Bild davon machen wollten, wie die Folgen tatsächlich aussehen, empfiehlt Weitzel den Youtube-Kanal des Formats. W

eitzel zog sich nach dem Ende von „Willi will’s wissen“ erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück. Seit 2018 moderiert er im Bayrischen Rundfunk das Magazin „Gut zu wissen“.