Fehlende Visa und eine entblößte Brust: Ärger im Vorfeld der "Miss World"-Wahl

Fehlende Visa und eine entblößte Brust : Ärger im Vorfeld der "Miss World"-Wahl

Düsseldorf (rpo). Fehlende Lizenzen und Visa sowie eine entblößte Brust: Wie unterschiedliche Medien berichten, gibt es im Vorfeld der Wahl zur "Miss World" am 30. September in Warschau reichlich Ärger.

Wie die polnische Zeitung "Zycie Warszawy" berichtete, musste die Organisation "Miss Polonia" und der Tourismusverband für die Ausrichtung des Wettbewerbs fünf Millionen britische Pfund (7,4 Millionen Euro) bezahlen. Das Geld fehle, das Finale der Wahl werde womöglich in Moskau abgehalten, hieß es. Doch in letzter Minute klappte es dann doch noch.

Dafür werden definitiv nicht alle Kandidatinnen bei der Wahl vor Ort sein. Nicht alle junge Damen trafen zum 1. September in Polen ein, nachdem sie sich nicht rechtzeitig um ein Visum gekümmert hatten. Statt 120 werden nun nur knapp über 100 Schönheiten gegeneinander antreten. Sie dürfen hoffen, nicht nur den Titel zu erringen, sondern auch die Miss der polnischen Herzen zu werden. Während einer Fernsehgala können die Polen am 24. September per SMS über ihre ganz persönliche Favoritin abstimmen.

Verrutschter T-Shirt-Ärmel

Aufsehen erregte im Vorfeld das Festivalplakat. Der in New York lebende Plakatkünstler Rafal Oblynski schmückte das Poster mit der Nixe Syrena, einem Symbol der polnischen Hauptstadt. Sehr zum Ärger des für die Stadtwerbung zuständige Tadeusz Deszkiewicz. Der fand die Nixe nämlich zu erotisch, weil durch einen verrutschten T-Shirt-Ärmel die entblöste Brust zu sehen war.

Ein weißer Schal auf den überarbeiteten Plakaten bedeckt nun die Sirene an der entscheidenden Stelle. Die Warschauer reagierten mit Kopfschütteln. Einige fragten sich, ob demnächst nun auch den barbusigen Syrena-Denkmälern in der Stadt ein Büstenhalter zwangsverordnet wird.

Warme Kleidung könnte hingegen manche Finalistin aus wärmeren Ländern während des einmonatigen Besuchs in Polen gebrauchen. Denn sie sind die im September zum Teil schon sehr geringen Temperaturen in Polen nicht gewöhnt - anders als "Miss Polen", Marzena Cieslik.

Anständig wie die Brüder Kaczynski

Die 24-Jährige hatte für Aufsehen gesorgt, als sie ihren Idealmann als "anständig und weise wie die Brüder Kaczynski (Staatspräsident Lech Kaczynski und sein Zwillingsbruder, Regierungschef Jaroslaw Kaczynski)" beschrieben und die Politiker der nationalkonservativen Regierungspartei für ihre hervorragenden Charaktereigenschaften wie Recht und Gerechtigkeit gepriesen hatte. Nicht wenige glaubten da an eine politische Entscheidung bei der Wahl.

Manche Polin kann dem Rummel über die Miss Wahl im eigenen Land nicht nur deshalb wenig abgewinnen. Die Damen blicken lieber nach China, denn da wird "Mister World" gewählt.

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