Lebenslange Haft für Mord an Ex-Ehefrau

Lebenslange Haft für Mord an Ex-Ehefrau

Kassel (dapd) Ein 36-jähriger Mann aus dem hessischen Bad Arolsen ist wegen heimtückischen Mordes an seiner Ex-Frau zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mann hatte vor dem Kasseler Landgericht zugegeben, seine geschiedene Frau vor gut einem Jahr in der Einfahrt ihres Hauses getötet zu haben, eine geplante Tat jedoch bestritten. "Er hat sich nach reiflicher Überlegung entschieden, seine Probleme mit der geschiedenen Gattin dadurch zu lösen, dass er die Frau tötet", sagte der Vorsitzende Richter. "Es war keine spontane Tat."

Der Angeklagte hatte dagegen in dem Prozess jede Planung und Tötungsabsicht bestritten. Zwar gab er zu, seiner Ex-Frau vor gut einem Jahr nachts in der Einfahrt ihres Hauses aufgelauert zu haben – bewaffnet mit einer Pistole und Schalldämpfer. Doch eigentlich habe er die 36-Jährige nur mit vorgehaltener Waffe zwingen wollen, endlich seinem Urlaub mit den beiden gemeinsamen Kindern zuzustimmen, und dann die Nerven verloren. Diese Darstellung hielt das Gericht nach fast dreimonatiger Verhandlung für widerlegt.

Der Bluttat vom Juni 2010 war ein jahrelanger Scheidungskrieg um Geld und Kinder vorausgegangen. Der Angeklagte war dabei nach Überzeugung des Gerichts auch vor Morddrohungen nicht zurückgeschreckt. Ein "Bündel aus gekränktem Stolz, Demütigung und dem Konflikt um die Kinder" habe dafür gesorgt, dass der 36-Jährige Ernst gemacht habe, sagte der Richter. Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Die Verteidigung kündigte nach dem Urteilsspruch den Gang in die Revision an.

(DDP)