Beeskow: Krebskranker Junge freut sich über 5000 Weihnachtssterne

Beeskow: Krebskranker Junge freut sich über 5000 Weihnachtssterne

Ein knapp sieben Meter hoher Weihnachtsbaum steht im Garten von Familie Wagener in Beeskow, einem Städtchen nahe der Grenze zu Polen. Ihn zu schmücken, dauert Tage. Genug Material zum Dekorieren gibt es: Knapp 5000 selbst gebastelte Weihnachtssterne aus 66 Ländern sind in den vergangenen Wochen per Post in Brandenburg angekommen - aus Holz, Papier, Glas oder Filz, gehäkelt, gefaltet oder geschnitzt. Sterne als Zeichen der Hoffnung hat sich Timo Wagener (15) im November über Facebook gewünscht - und zwar aus Ländern, in die der Junge gerne reisen würde, es aber nicht kann.

Timo hat Krebs, bereits seit seinem siebten Lebensjahr. Damals war ein bösartiger Tumor in seinem Bein entdeckt und per Chemotherapie bekämpft worden. Nach vier Jahren Kampf hatte der Junge Ruhe, schöpfte Hoffnung, ging zur Schule, träumte von einem Beruf als IT-Spezialist. Doch im Frühling dieses Jahres war der Krebs wieder da, Ärzte entdeckten Metastasen in der Lunge. Ein Schicksal, das offensichtlich Menschen weltweit berührt.

Auf 30, 40 Zusendungen hatte Timo gehofft. Dass sein Facebook-Post eine Welle der Solidarität und Anteilnahme ausgelöst hat, ist für ihn immer noch überwältigend. "Damit hätte ich nie im Leben gerechnet", sagt der blasse Junge mit den großen braunen Augen. Nicht nur Sterne werden ihm zugeschickt, sondern auch Briefe voller lieber Wünsche und mutmachender Worte. "Es gibt so viel Hass auf dieser Welt, und dann passiert so etwas. Mit einem einfachen Post bringst du Menschen zum Nachdenken", sagt Timos Mutter.

(dpa)