1. Panorama

Konstanz: Arzt gesteht sexuellen Missbrauch von Patientinnen

Prozess in Konstanz : Arzt gesteht sexuellen Missbrauch von Patientinnen

Die Staatsanwaltschaft hat einem früheren Oberarzt und Facharzt für Neurologie vorgeworfen, in mehreren Fällen sexuelle Handlungen an Patientinnen getätigt zu haben. Der Mediziner räumte den Vorwurf vor dem Landgericht Konstanz ein.

Der Arzt soll die Frauen gebeten haben, sich bis auf die Unterwäsche zu entkleiden. Bei der Untersuchung soll er den Slip der Patientinnen teilweise zur Seite geschoben und die Frauen an und zwischen den Schamlippen berührt haben.

Laut Staatsanwaltschaft dienten die Untersuchungen dem Angeklagten dazu, sich sexuell zu erregen. Dabei habe der Mann das Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnis zu den Frauen ausgenutzt. Die Öffentlichkeit war während des Geständnisses mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte des 39-Jährigen von der Verhandlung ausgeschlossen worden.

Angeklagter und Staatsanwaltschaft hatten Berufung eingelegt

Es ist bereits das zweite Mal, dass sich der Mediziner in der Sache vor Gericht verantworten muss. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Neurologe bereits im Oktober 2016 wegen sexuellen Missbrauchs von Patientinnen in insgesamt vier Fällen verurteilt worden. Drei Frauen waren damals betroffen - eine sogar zweimal. Das Amtsgericht hatte eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verhängt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Weil sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatten und seit dem Urteil mögliche weitere Fälle bekannt geworden waren, wird der Fall nun vor dem Landgericht Konstanz erneut verhandelt. Inzwischen geht es um fünf Frauen und sieben Fälle - zwei der Patientinnen sollen zwei Übergriffe erlebt haben. Die bereits in der ersten Verhandlung bekanntgewordenen Fälle sind darin enthalten.

Taten vorwiegend am Abend durchgeführt

Die Taten sollen zwischen April 2014 und August 2015 geschehen sein.
Die Geschädigten waren demnach zum Zeitpunkt des Missbrauchs in einer Klinik im Raum Konstanz. Der Angeklagte soll die Behandlungen an den Frauen vorwiegend am Abend durchgeführt haben. Zum Teil dauerten sie mehr als eine Stunde.

(gaa)