Zweifel über Existenz des Klon-Baby: Klon-Baby-Geburt: Wo ist der Beweis?

Zweifel über Existenz des Klon-Baby : Klon-Baby-Geburt: Wo ist der Beweis?

Hollywood/USA (rpo). Noch fehlt der Beweis für die angeblich erste Geburt eines Klon-Babys. Dessen ungeachtet breiten sich weltweite Empörung und erregt geführte Debatten bis zum geforderten Verbot des Klonen von Menschen aus.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac forderte ein weltweites Verbot des Klonens von Menschen.

Die Leiterin der Firma Clonaid, Brigitte Boisselier, hatte am Freitag mit der Erklärung für Aufsehen gesorgt, dass tags zuvor ein Klon-Baby - "Eve" (Eva) - geboren worden sei. Es handele sich um den Klon einer 31-jährigen Amerikanerin. Für den Beweis, dass es sich tatsächlich um ein Klon-Kind handelt, will der Fernsehjournalist Michael Guillen sorgen, ein früherer Wissenschaftsredakteur des US-Senders ABC News. Die DNS-Proben der Mutter und des Kindes würden zwei "Weltklasse-Laboren" zur Untersuchung übergeben, erklärte Guillen, der nach eigenen Angaben keine Beziehungen zu Clonaid hat und von der Firma auch nicht bezahlt wird.

Vieles an dem Fall ist noch unklar. Es gibt keine Bilder von dem Klon-Baby, sein Geburts- und Aufenthaltsort oder der der Mutter sind unbekannt. Auch ihre Namen wurden nicht genannt. Über Clonaid ist ebenfalls nicht viel zu erfahren. Die Firma wurde 1997 auf den Bahamas von dem früheren französischen Journalisten Claude Vorilhon gegründet, dem Anführer der Sekte Raelistische Revolution. Vorilhon will in den 70er Jahren von Außerirdischen besucht worden sein, die ihm erklärt hätten, dass das Leben auf der Erde von ihnen mit Hilfe der Gentechnik erschaffen worden sei.

Wo Clonaid arbeitet, ist unbekannt. Laut Boisselier, die sich Bischöfin der Raelianer nennt, ist die Firma inzwischen finanziell unabhängig, steht den Raelianern gedanklich aber nah: "Ich glaube daran, dass wir von Wissenschaftlern erschaffen wurden, und ich bin ihnen dankbar dafür." Weitere Klon-Babys sollen in den kommenden Wochen zur Welt kommen.

Viele Forscher reagierten zunächst skeptisch auf die Ankündigung. Sie bezweifelten, dass Clonaid überhaupt in der Lage sei, Lebewesen zu klonen. Ethikexperten, Kirchenvertreter und Politiker wie Chirac verurteilten das Vorgehen. Das Klonen "widerspreche der Menschenwürde", erklärte der französische Staatspräsident. Er forderte alle Länder auf, eine von Frankreich und Deutschland vorgelegte Konvention zu unterzeichnen, die das Klonen von Menschen verbietet.

Der Moraltheologe und päpstliche Bioethik-Experte Monsignore Elio Sgreccia betonte, die Menschheit müsse sich nicht nur vor Atomwaffen schützen, sondern auch vor wissenschaftlichen Experimenten, die einen großen Einfluss auf die Zukunft haben.

Klonen ist die Herstellung eines genetisch gleichen Nachkommens von Pflanze, Tier oder Mensch. Aus dem Tierreich wurden bislang Schafe, Mäuse, Kühe, Schweine, Ziegen und Katzen geklont. Selbst Befürworter der Klon-Technik verweisen darauf, dass es bei geklonten Tieren häufig zu Defekten gekommen ist, wie zum Beispiel vorzeitigem Altern.

(RPO Archiv)
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