Tausende schunkelten in "Fünfte Jahreszeit": Jubelzeit für Jecken

Tausende schunkelten in "Fünfte Jahreszeit" : Jubelzeit für Jecken

Köln/Düsseldorf (dpa). Mit kräftigem "Helau" und "Alaaf" haben zehntausende Jecken in Deutschland am Samstag um 11.11 Uhr die närrische "fünfte Jahreszeit" begrüßt. Allein in Köln feierten etwa 40 000 Menschen rund um den überfüllten Platz Alter Markt den Beginn der Karnevalssession.

In Düsseldorf holte eine fröhliche Narrenschar die Karnevals-Symbolfigur Hoppeditz aus ihrem langen Sommerschlaf. Dabei war auch der 27-jährige Frank aus dem "Big- Brother"-Container, der für ein paar Stunden WG-frei bekommen hatte. In Bonn war ein lauter Kanonenschlag das Startzeichen zur unbekümmerten Narretei. Auch außerhalb der rheinischen Karnevalshochburgen wurde geschunkelt, so beispielsweise in Braunschweig, Magdeburg und an der Ostseeküste.

In Köln standen die Jecken Pappnase an Pappnase. Die Polizei musste wegen des rekordverdächtigen Andrangs den Platz Alter Markt schon eine Stunde vor dem Startschuss wegen Überfüllung sperren. "Es war so schön und voll wie schon lange nicht mehr", meinten Besucher auch angesichts des freundlichen November-Himmels. Die Kneipen in der Kölner Altstadt hatten Hochbetrieb.

In Mainz begann die Fastnachtssaison mit der Verlesung des närrischen Grundgesetzes. Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) erteilte den Mainzern wegen einer Dienstreise nur per Handy den "närrischen Befehl" für eine fröhliche Fastnacht. "Seid fröhlich und frei, die närrische Schlacht zu schlagen", wurde vom Balkon des Osteiner Hofs den Fastnacht-Jüngern zugerufen.

Auch in Sachsen-Anhalt begann am 11.11. um 11.11 Uhr die närrische Zeit. Erstmals seit 1954 gab es in der Landeshauptstadt Magdeburg wieder einen Karnevalsumzug durch die Stadt. Rund 600 Mitwirkende unterhielten die Magdeburger mit Musik, Tanz und Gaudi. Von den Wagen aus kam reichlich Kamelle unters Volk.

Die Welle des närrischen Frohsinns schwappte bis an die Ostseeküste. Pünktlich stürmten in zahlreichen Städten Mecklenburg- Vorpommerns die Narren die Rathäuser. In einigen Kommunen übertrugen die Stadtoberhäupter mit den traditionellen Schlüsselübergaben freiwillig die Macht an das Volk der Karnevalisten. "Da schauen wir weg oder machen sogar mit", sagte ein Polizeisprecher in Schwerin und machte damit alle Hoffnungen auf Beistand der Ordnungsmacht zunichte.

In Braunschweig übergab Oberbürgermeister Werner Steffens (SPD) fast erleichtert den Rathausschlüssel und den Stadtsäckel. "Der wird immer leerer", meinte ein Ratsherr.

Im Zeichen der Exotik steht die närrische Zeit in Frankfurt am Main. Die dortige Prinzessin Brenda die Erste, mit bürgerlichem Namen Brenda D´Sousa, stammt aus Indien, lebt aber seit 21 Jahren in der Metropole. Das Motto der diesjährigen Fassenacht: "Mer hebe ab, up up and away, denn die Frankfurter Fastnacht, die is halt schee."

(RPO Archiv)
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