Washington: John F. Kennedys Geliebte packt aus

Washington: John F. Kennedys Geliebte packt aus

Mit der Veröffentlichung ihrer Memoiren enthüllt die 69-jährige Mimi Alford pikante Details über ihre Affäre mit dem US-Präsidenten. Demnach war die damals 19-Jährige als Praktikantin im Weißen Haus tätig. Sie habe Zweifel an der Beziehung gehabt – aber nicht genug, sagt sie.

Alle Jahre wieder bemühen sich vermeintliche Enthüllungsberichte, den Mythos John F. Kennedy profitabel zu entzaubern. Thema sind wechselweise die Verschwörungstheorien, die sich um seinen Tod in Dallas ranken, oder das ausschweifende Sexualleben des US-Präsidenten. Letzteres breitete vor allem Seymour Hersh ausführlich in dem Buch "Kennedy: Das Ende einer Legende" aus – mit Schilderungen von wilden Partys und einem ewig lüsternen Staatsoberhaupt. Die 69-jährige Mimi Alford bestätigt nun in ihren gerade erschienenen Memoiren dieses Bild. In "Once Upon A Secret" beschreibt sie ihre 18-monatige Affäre mit Kennedy und schildert ihn als einen Mann, der neben der Politik vor allem an einem interessiert gewesen sei: Sex.

Die Beziehung begann laut Alford im Sommer 1962 in Kennedys Swimming-Pool, in den die 19-Jährige eingeladen worden war. Erst vier Tage vorher hatte sie ihren Dienst als Praktikantin im Weißen Haus angetreten. Im Pool sprach Kennedy Alford an, führte sie später ins Schlafzimmer, das er mit seiner Frau Jackie teilte. "Ich spürte, wie er immer näher kam", schreibt Alford. Kennedy, damals 45, habe sie sofort verführt. Alford sei zu dem Zeitpunkt noch Jungfrau gewesen, sagt sie, und vom Vorgehen des Präsidenten verstört gewesen. "JFK aber tat so, als sei das, was sich soeben ereignet hatte, die natürlichste Sache der Welt", führt sie weiter aus.

In einem TV-Interview bekannte Alford, heute Großmutter, Zweifel an der Richtigkeit der Beziehung gehabt zu haben – "aber nicht genug. Ich hätte mich schuldig fühlen sollen. Er war mit Mrs. Kennedy verheiratet, aber ich hatte keine Schuldgefühle." Zu stark sei die Aura des Präsidenten gewesen, zu sehr habe sein Glanz auf sie abgefärbt, sie sich als etwas Besonderes fühlen lassen. Bis eine Woche vor Kennedys Ermordung trafen sich die beiden, 18 Monate lang.

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Von Liebe kann laut Alford dennoch wohl keine Rede gewesen sein. Er habe sie gemocht, sagt sie über Kennedys Gefühle, sein eigentliches Motiv aber sei Sex gewesen. Details spart sie nicht aus. Anfangs habe er den Akt "sachlich" vollzogen, sie aber nie dabei geküsst. Alford schildert auch, dass JFK sie aufforderte, seinen Mitarbeiter Dave Powers zu entspannen, beobachtet vom Präsidenten. Zudem hätte er versucht, ihr das als Sexdroge bekannte Aufputschmittel Amylnitrit zu verabreichen.

Dass sie so lange geschwiegen habe, sagt Alford, sei dem Versprechen gegenüber ihrem späteren Ehemann geschuldet, niemals über die Affäre zu sprechen. Vielleicht war es das gute Geschäft mit dem JFK-Mythos, das die 69-Jährige doch umstimmte. Zumindest zeigt das Buch auch andere Seiten von Kennedy. Während der Kuba-Krise sagte er zu Alford, er würde seine Kinder "lieber rot als tot sehen". Und die junge Frau erlebte einen tief trauernden Präsidenten, als dessen neugeborener Sohn Patrick Bouvier starb. An seiner Haltung gegenüber Alford änderte das nichts. Selbst ihr Hinweis, dass sie bald verheiratet sei, habe ihn nicht abgehalten. "Ich weiß das", sagte er, "aber ich rufe dich trotzdem an."

(RP)
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