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Japan: Baby-Schweinswal aus Reisfeld gerettet

Japan: Baby-Schweinswal aus Reisfeld gerettet

Sendai (deli) Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben mit dem anschließenden Tsunami in Japan haben freiwillige Helfer einen Baby-Schweinswal gerettet, den die Flutwelle etwa zwei Kilometer ins Landesinnere gespült hatte. Der Tierarzt Ryo Taira (32) war gerade mit seinem Team in der völlig zerstörten Region um Sendai unterwegs, um gestrandete und herrenlose Hunde und Katzen zu retten, als er einen Anruf bekam. "Hier ist ein Delfin in einem Reisfeld", rief der Anrufer, Masayuki Sato aufgeregt ins Telefon. Der 55-Jährige hatte den etwa ein Meter langen Schweinswal zufällig gesehen und mit einem Delfin verwechselt. "Sofort, als ich ihn gesehen habe, wusste ich, dass ich das nicht einfach ignorieren kann", erzählte Sato. "Ich musste etwas tun. Schließlich ist er auch ein Opfer des Tsunamis."

Die Gruppe um Tierarzt Taira eilte zu der Fundstelle, baute aus einer angeschwemmtem Matratze und Autoteilen eine provisorische Bahre und versuchte, den jungen Wal mit einem Netz herauszuziehen. Doch das verängstigte Tier entwischte immer wieder, so dass Taira schließlich mit seinen Gummistiefeln in das überflutete Feld watete und das Tier in seinen Armen barg. Bis auf ein paar Kratzer sei der kleine Schweinswal unverletzt, berichteten die Retter einer japanischen Zeitung. Weil alle umliegenden Aquarien durch das Erdbeben und die Flutwelle zerstört sind, entschieden die Retter, den Patienten in nasse Handtücher zu wickeln und ihn direkt zurück ins Meer zu bringen. "Ich weiß nicht, ob er überleben wird", sagte Taira, der den Wal im Ozean davon schwimmen sah. Aber in einem Reisfeld werde das Tier nun wenigstens nicht sterben.

(RP)