1. Panorama

Ann-Kathrin Kramer: "Ich bin ein Mensch, der Wärme sucht"

Ann-Kathrin Kramer : "Ich bin ein Mensch, der Wärme sucht"

Die gebürtige Wuppertalerin spielt am Sonntagabend im ZDF-Film "Ein Sommer in Amalfi" eine Reiseführer-Autorin.

In "Ein Sommer in Amalfi" (ZDF, Sonntag, 20.15 Uhr) begibt sich die Hauptfigur Claudia Wesskampe nach Italien, um dort einen Reiseführer fertigzustellen. Sie selbst haben als Jugendliche Touristen in Griechenland porträtiert. Wie kam es dazu?

Ann-kathrin Kramer Meine erste Reise in den Süden ging nach Rhodos. Dort habe ich mich in einen Kunststudenten aus Athen verliebt. Damals war ich 16 und bin dann kurz darauf für eine Zeit ganz nach Griechenland gegangen. Dort habe ich Bilder von Touristen gemalt. Ich kann das eigentlich gar nicht so wahnsinnig gut. Dass ich damit durchgekommen bin, wundert mich heute noch. Allerdings konnte ich mich damit ganz gut über Wasser halten.

Haben Sie zu Ihrer ersten großen Liebe noch Kontakt?

Kramer Nein. Aber nach Griechenland fahre ich immer noch gerne in den Urlaub.

Auch im ZDF-Herzkino geht es darum, ob man eher der nördliche oder der südliche Urlaubstyp ist.

Kramer Ich bin ein Mensch, der eher die Wärme sucht und gerne in den Süden fährt. In letzter Zeit liebäugele ich aber auch mit dem Norden. Ich würde zum Beispiel gerne mal die Polarlichter sehen. Dass ich eher den Süden mag, hat aber nichts mit meiner Kindheit in Wuppertal zu tun (lacht). Ich habe ja auch viele Jahre im sonnigen München gelebt.

Was ist für Sie Romantik?

Kramer Ich bin nicht so ein romantischer Mensch, und ich halte es da so wie die Claudia, die ich spiele. Sie sagt, sie entscheidet selbst, was sie schön oder romantisch findet. Es muss ja nicht so vordergründig sein.

In einer Szene des Films trauen Sie sich, auf den italienischen Straßen selbst Auto zu fahren.

Kramer Ich habe kein Problem mit dem Verkehr in Italien. Ich habe ja im Bergischen Land Auto fahren gelernt. Da gibt es auch viele Kurven und enge Straßen. Ich fahre selbst auch eher südländisch. Früher habe ich mich da für unverwundbar gehalten, und ein bisschen hält dieses Gefühl von "dir wird nichts passieren" auch noch an. Das wohnt in mir, und das finde ich sehr schön.

Sie haben ja auch schon sehr ernsthafte Filme gedreht, jetzt ist es eine sehr leichte Komödie. Warum?

Kramer Ist doch schön, dass ich nicht in eine Schublade gesteckt werde. Und ich finde es komplett legitim, dass Menschen das Bedürfnis haben nach Stoffen, die sie nicht stressen oder überfordern. Solche Filme, bei denen der glückliche Ausgang schon klar ist, bieten eine Portion Entspannung. Das Bedürfnis ist so alt wie die Welt, und je nachdem, wie der Wind draußen weht, steigt es. Momentan ist das Bedürfnis nach der heilen Welt wieder größer.

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Sie bringen bald ein zweites Kinderbuch auf den Markt, die Fortsetzung Ihres Erstlings "Matilda, oder die aus dem Haus ohne Fenster".

Kramer Ja, der zweite Band erscheint im Herbst. Ich habe mit dem Schreiben begonnen, als mein Sohn klein war. Er konnte nicht genug bekommen von diesen frei erzählten Geschichten, und die Bücher, die es auf dem Markt so gab, waren uns oft zu pädagogisch.

Welche Projekte planen Sie?

Kramer Am 10. Mai kommt noch ein weiterer Film ins Fernsehen. Dieses Mal etwas Dramatischeres. "Alles für meine Tochter" handelt von einer Sportlehrerin, die ihrer Tochter wiederbegegnet, die sie zur Adoption freigegeben hatte.

Sie hatten gerade Geburtstag. Am 4. April sind Sie 47 Jahre alt geworden. Wie feiern Sie gerne?

Kramer Am schönsten ist es, wenn nichts geplant ist.

LESLIE BROOK FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)