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In ihrer Wohnung aufgefunden: Hannelore Kohl ist tot

In ihrer Wohnung aufgefunden : Hannelore Kohl ist tot

Mainz (rpo). Die Frau von Altbundeskanzler Helmut Kohl, Hannelore Kohl, ist am Donnerstag tot in ihrer Ludwigshafener Wohnung im Stadtteil Oggersheim aufgefunden worden. Das bestätigte das rheinland-pfälzische Innenministerium in Mainz.

Über die Todesursache und die näheren Umstände wurde zunächst nichts bekannt.

Wie aus dem Freundeskreis der Familie Kohl bekannt wurde, hat die Ehefrau von Kohls Chauffeur die Leiche am Morgen entdeckt. Die Frau hilft häufig im Haushalt und hat einen eigenen Schlüssel zum Bungalow der Kohls.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat nach dem Tod Ermittlungen aufgenommen. "Es wird vor Ort ermittelt", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig am Donnerstag. "Wir sind dabei, die Gesamtumstände zu überprüfen. Die routinemäßige Fragestellung für uns ist, ob ein Verschulden Dritter vorliegt." Bei einem Todesfall, bei dem natürliche Ursachen nicht ganz klar ersichtlich sind, schalte sich automatisch die Staatsanwaltschaft ein.

Die 68-Jährige litt seit Jahren an einer Lichtallergie und trat kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Wegen ihrer Krankheit konnte sie ihren Mann vor kurzem auch nicht zur Hochzeit ihres Sohnes Peter in die Türkei begleiten. Auf Grund der Allergie musste sie Sonnenlicht und grelles Lampenlicht meiden. Sie verbrachte daher seit langem die meiste Zeit in ihrer Oggersheimer Wohnung.

Die Krankheit war 1993 durch eine Behandlung mit Penicillin ausgelöst worden. Das Leiden hatte sich vor einem Jahr deutlich verschlechtert. Eine Heilung sei nicht in Sicht, hatte Hannelore Kohl im März in einem Interview gesagt. 1983 hatte Hannelore Kohl ein Zentrum für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems gegründet. Diese Arbeit habe sie sehr von ihrer Krankheit abgelenkt, berichtete sie.

Die Marbacher Straße im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim, wo das Haus der Familie Kohl steht, wurde am Donnerstag von der Polizei abgesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet. Vor der Absperrung versammelten sich zahlreiche Journalisten.

(RPO Archiv)