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Staatstrauer in Russland: Flugzeugabsturz: Terroranschlag wird ausgeschlossen

Staatstrauer in Russland : Flugzeugabsturz: Terroranschlag wird ausgeschlossen

Moskau (rpo). Ein Terroranschlag als Ursache für den Flugzeugabsturz in Sibirien, bei dem 145 Menschen ums Leben kamen, wird von den Behörden ausgeschlossen. Auch ein Feuer an Bord der Maschine könne das Unglück nicht verursacht haben.

Die Nachrichtenagentur ITAR-TASS beruft sich bei ihren Berichten auf die Ermittlungsbehörden. Unterdessen wurden die zwei Flugschreiber zur weiteren Analyse nach Moskau gebracht.

Vorläufige Ergebnisse zur Absturzursache würden nicht vor Montag erwartet, sagte der mit den Ermittlungen beauftragte stellvertretende Ministerpräsident Ilja Klebanow der Nachrichtenagentur Interfax. Die Tupolew-154 war am Mittwoch abgestürzt. Keiner der 145 Passagiere überlebte das Unglück. In Moskau soll mit speziellen Geräten der Lärm auf den Tonbändern herausgefiltert werden, um dann klären zu können, wieso die Maschine beim Landeanflug auf Irkutsk auf eine Lichtung gestürzt war.

Beim letzten Funkkontakt mit der Bodenkontrolle vier Minuten vor dem Absturz habe es keine Hinweise auf Probleme gegeben, sagte ein Sprecher der regionalen Flugbehörde. Laut Augenzeugen hatte das Flugzeug in einer Höhe von 850 Metern plötzlich eine Drehung um 180 Grad gemacht. "Es ist schwer zu verstehen, wie so etwas passieren konnte, wenn man elementare Kenntnisse von Aerodynamik hat", sagte der Minister für Katastrophenfälle, Sergej Schoigu.

Die Fluggesellschaft Wladiwostokawia hatte die 15 Jahre alte Tupolew erst vor zwei Monaten von einer chinesischen Firma gekauft und sie danach gründlich überholt, wie ein Sprecher der Gesellschaft mitteilte. Die Maschine war auf dem Weg von Jekatarinburg im Ural nach Wladiwostok an der Pazifikküste. Das Flugzeug hätte in Irkutsk tanken sollen.

Präsident Wladimir Putin hat für Donnerstag Staatstrauer ausgerufen. In ganz Russland wehten die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast. Fernsehen und Radio wurden dazu angehalten, keine leichte Unterhaltung zu senden. Etwa 120 Angehörige der Opfer kamen am Donnerstag in Irkutsk an, wo sie in Hotels untergebracht und medizinisch und psychologisch betreut wurden. Nach Angaben der Behörden befanden sich 136 Passagiere, darunter sechs Kinder, sowie neun Besatzungsmitglieder an Bord. Zwölf der Passagiere waren Chinesen, wie das Außenministerium in Peking am Donnerstag bestätigte.

(RPO Archiv)