München: Festnahme im Mordfall Krailling

München : Festnahme im Mordfall Krailling

Acht Tage nach dem Mord an den acht und elf Jahre alten Schwestern im oberbayerischen Krailling hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Der Mann wurde gestern Nachmittag zu Hause in Peißenberg von Spezialeinheiten festgenommen, so ein Polizeisprecher. Der mutmaßliche Täter stamme "aus dem sozialen Umfeld der Familie". Nach BR-Informationen handelt es sich um einen Verwandten. Die Polizei bestätigte dies zunächst nicht.

Bei der Festnahme leistete der Mann laut Staatsanwaltschaft keinen Widerstand. Eine DNA-Spur habe zum Täter geführt, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II, Andrea Titz. Ein Haftbefehl solle heute beantragt werden. Titz zeigte sich zufrieden mit den Ermittlungen: "Das ist gut gelaufen, weil die Polizei fantastische Arbeit geleistet hat."

Eine Woche hatte die 31-köpfige Sonderkommission "Margarete" fieberhaft ermittelt. 110 Hinweise aus der Bevölkerung wurden geprüft, 80 Speichelproben genommen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hatte der Täter eine Blutspur am Tatort hinterlassen. Offenbar hatte sich der Täter verletzt, als er mit dem Messer zustach, oder aber eines der Mädchen konnte ihm eine Verletzung zufügen.

Die Mädchen Chiara und Sharon waren in der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche in der unverschlossenen Wohnung ihrer Mutter getötet worden. Die Obduktion stellte an beiden Kindern "vielfältige Gewalteinwirkungen verschiedener Art" fest. Unter anderem soll der Täter ein Messer und eine Hantelstange verwendet haben. Hinweise auf ein Sexualdelikt gibt es aber nicht.

Gestern hatten die Eltern Abschied von ihren Kindern genommen. Die private Trauerfeier in München sei sehr bewegend gewesen, sagte die Kraillinger Bürgermeisterin Christine Borst. Etwa 150 Menschen hätten teilgenommen, unter ihnen viele Angehörige und Freunde der Familie und Klassenkameraden.

(RP)
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