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Weg vom Ein-Kanal-Sender: ZDF will 3sat allein verantworten

Weg vom Ein-Kanal-Sender : ZDF will 3sat allein verantworten

Potsdam (rpo). ZDF-Intendant Markus Schächter hat das Bestreben seines Senders angekündigt, den deutschen Bereich der Gemeinschaftsstation 3sat allein zu verantworten. Damit wäre die ARD außen vor. "Vor dem Hintergrund der digitalen Welt, die nicht eher in Einzelkanälen, sondern in Bouquets sich zu formieren hat, hat das ZDF als Ein-Kanal-Sender ein Problem", erklärte Schächter sein Ansinnen.

Es sei daher die Frage, ob es nicht sinnvoll sei, dem ZDF die Gesamtverantwortung bei 3sat zu übergeben, meinte er im rbb-Medienmagazin. Schließlich sei der Sender ohnehin sehr nahe beim ZDF.

Schächter erläuterte, der zuständige Fernsehratsausschuss habe das ZDF ermuntert, diese Frage zu erörtern. Man werde zusammen mit der ARD diese Möglichkeit prüfen. Auch die Ministerpräsidenten der Länder werden sich mit dem Wunsch des ZDF beschäftigen. Der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), sagte dem Medienmagazin, alle Länder mit Ausnahme Baden-Württembergs hätten einer Protokollnotiz zugestimmt, laut der diese Frage überprüft und im Rahmen der kommenden Jahre entschieden werden sollte.

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (SPD) sprach sich auf Radio Eins für den Fortbestand eines von ARD und ZDF gemeinsam geführten Kulturprogramms 3sat aus. Seiner Ansicht nach sei es wichtig, die Gemeinschaftskonstruktion zu erhalten, weil das deutlich mache, wo der öffentlich-rechtliche Auftrag liege. Allerdings hätten sich die Länder offen gehalten, um dann abschließend die Entscheidung zu fällen.

(afp)