ZDF-Traumschiff: Warum das Schiff ohne Kapitän in der Osterfolge auskommen musste

Nach Hehn-Abgang : Warum das Ostern-„Traumschiff“ ohne Kapitän nach Sambia steuerte

Kapitän Sascha Hehn ist weg, Florian Silbereisen als Nachfolger noch nicht da: Am Ostersonntag steuerte Daniel Morgenroth das „Traumschiff“ nach Sambia. Als 1. Offizier bleibt er auch künftig an Bord - und will zeigen, dass das eine gute Idee war.

Er ist mehr als eine Zwischenlösung, bis Florian Silbereisen als „Traumschiff“-Kapitän antritt. Schauspieler Daniel Morgenroth als 1. Offizier und der Entertainer als Kapitän sollen den traditionsreichen ZDF-Dampfer als Doppelspitze steuern. „Weder Florian Silbereisen noch ich können am Stück viele Monate für die Dreharbeiten zur Verfügung stehen“, sagt Morgenroth im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Den ersten gemeinsamen Dreh haben sie absolviert. „Florian ist ein angenehmer, aufgeschlossener Kollege, der seinen "Quereinsteiger-Status nicht verheimlicht und für jeden Ratschlag ein offenes Ohr hat“, erzählt der 55-Jährige. „Er liebt dieses Format und möchte dazu beitragen, dass es weiterhin das "Kult-Flaggschiff" im deutschen Fernseh-Meer bleibt.“

Die Konstellation zwischen Kapitän und 1. Offizier, der das Schiff ebenfalls steuern kann, soll zusätzlich Stoff auf die Kommandobrücke bringen. Doch bis der Zuschauer das Duo gemeinsam sieht, dauert es noch bis Weihnachten. In der Oster-Folge „Sambia“, die am Sonntag (21. April) um 20.15 Uhr lief, steuerte erst einmal Morgenroth als Martin Grimm das Schiff nach Afrika.

An Bord des TV-Kultschiffes ging der Berliner bereits in anderen Rollen, als Siegfried Rauch (1932-2018) noch Kapitän war. „Ich war immer gerne auf dem "Traumschiff", denn das Drehen unter den ständig wechselnden Umständen bedingt durch die verschiedenen Länder ist zwar anstrengend für Team und Darsteller, aber es macht auch den Reiz der Reihe aus“, sagt Morgenroth.

Den Trip nach Sambia traten mit ihm neben der Stammbesetzung, zu der Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle (Harald Schmidt), Schiffsarzt Dr. Sander (Nick Wilder) und Hoteldirektorin Hanna Liebhold (Barbara Wussow) gehören, auch prominente Gäste an. Schauspielerin Gaby Dohm etwa, wie Barbara Wussow einst „Schwarzwaldklinik“-Star, war als Koryphäe der Gepardenforschung, Dr. Elsa Bakel, an Bord der MS „Amadea“.

Wegen Bakels sambischer Gepardenfarm reiste auch der Cousin von Hoteldirektorin Liebhold, Hanno Flemming (Dirk Borchardt) mit, der mit seiner Stiftung in die Farm investieren wollte. Nicht nur er hatte seine Probleme mit der Forscherin, die sich in ihre Arbeit nicht reinreden ließ - auch die Journalistin Britta Klein (Caroline Maria Frier) hatte es mit ihrer geplanten Reportage über Bakel nicht leicht.

Anders als Hanno fand Reporterin Britta schnell heraus, dass die beiden noch mehr verbindet. Kreuzfahrdirektor Schifferle startete unterdessen einen Tanzwettbewerb - dieser sollte die beiden Freundinnen Alice (Leonie Rainer) und Judith (Pia Stutzenstein) davon abhalten, weiterhin alle Spiele an Bord zu gewinnen und damit die anderen Passagiere zu frustrieren.

Der Tanzpartner von Alice, der homosexuelle Sam (Tim Morten Uhlenbrock) nutzte die Gelegenheit, um sie als seine angebliche Freundin zu präsentieren, und zwar seiner in Sambia ein Hotel betreibenden Mutter - gespielt von Sabine Postel, die Ostermontag (22. April/20.15 Uhr) im Ersten ihren Abschied als Bremer „Tatort“-Kommisarin gibt. Zum Abschluss der Osterfolge ohne Kapitän hielt zum ersten Mal der Kreuzfahrtdirektor die Gala-Rede beim Dinner.

Weihnachten und Neujahr nehmen dann Silbereisen und Morgenroth gemeinsam Kurs auf die Karibik und Kolumbien. Mit der Doppelspitze habe man eine gute Lösung gefunden, betont Morgenroth. So hätten sie gemeinsame, aber auch jeder eigene Drehs. Obendrein biete diese Lösung jede Menge Spielmaterial für beide.

„Die dramaturgischen Möglichkeiten auf der Brücke sind meiner Meinung nach auf jeden Fall ein Gewinn auch für die Zuschauer“, sagt Morgenroth, der auch schon in Serien wie „Der Alte“ und „Kreuzfahrt ins Glück“ mitwirkte. Seine neue „Traumschiff“-Rolle sei von Anfang an für weitere Folgen konzipiert gewesen. „Natürlich möchte man mit einem überzeugenden Auftritt belegen, dass das eine gute Idee war.“

Silbereisen ist der fünfte Kapitän, der das „Traumschiff“ steuert. Sascha Hehn hatte von 2014 bis 2019 das Sagen auf der Brücke. Davor trugen Siegfried Rauch (1999 bis 2013), Heinz Weiß (1983 bis 1999) und Günter König (1981 bis 1982) die Kapitänsuniform. Das „Traumschiff“ kreuzt seit 1981 für das ZDF durch die Weltmeere und ist immer noch ein Quotenbringer zu den Feiertagen.

(dpa)
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