Mainz: ZDF-Intendant kritisiert eigenes TV-Programm

Mainz : ZDF-Intendant kritisiert eigenes TV-Programm

Der Intendant des ZDF, Thomas Bellut, hat in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" erklärt, dass nicht alle Sendungen in seinem Programm herausragend sind. "Man kann nicht an jeder Stelle glänzen", sagte der 58-Jährige. "Natürlich bieten wir auch Durchschnittsware." Ansonsten sei das Programm gar nicht bezahlbar.

Auch ARD-Programmdirektor Volker Herres (55), der gemeinsam mit seinem ZDF-Kollegen interviewt wurde, ging teils kritisch auf das eigene Programm ein. Auf die Frage, warum Dokumentationen in der ARD nicht in der Primetime (20.15 Uhr) laufen würden, sondern spätabends oder nachts, antwortete er zunächst, dass das ein Vorurteil sei. "Am Montag um 22.45 Uhr gibt es im Ersten einen festen Sendeplatz für Dokumentationen", sagte Herres. Erst im nächsten Satz schien ihm bewusst zu werden, dass die Zeit für die meisten Fernseh-Zuschauer doch ein bisschen spät sein könnte.

Herres schloss nicht aus, dass in Zukunft auch Serien aus den USA, die in Deutschland vor allem bei den Privatsendern wie Sat.1, RTL oder ProSieben laufen, in der ARD gezeigt werden. "Ich bin den US-Serien gegenüber aufgeschlossen", sagte er. "Es wäre bloß schwierig, einen regulären Sendeplatz im Programmablauf des Ersten dafür zu finden." Man habe so viele gute Angebote – daher müsse man sich gegen manche entscheiden.

(spol)