"Wer von euch ist Smudo?" — TV-Kritik zu "The Voice of Germany"

TV-Kritik zu "The Voice of Germany" : "Wer von euch ist Smudo?"

Die vierte Staffel von "The Voice of Germany" ist am Donnerstagabend gestartet. Kandidaten, Coaches und die außerordentliche Qualität macht die Castingshow, die auf ProSieben und Sat.1 ausgestrahlt wird, schlicht zu großartiger Unterhaltung.

Da kann man schon bei all den Castingshows heutzutage ein wenig überfordert sein. Die 17-jährige Lina sang den Klassiker "Big in Japan" zwar so überzeugend, dass sich gleich alle vier (bzw. fünf) Coaches umdrehten, dann herrschte — nach kurzer Euphorie — aber zunächst Verwirrung: "Wer von euch ist Smudo?", fragte die junge Sängerin in die Runde.

"Wer von euch ist Smudo" #tvog fängt schon mal super an!

Tatsächlich sind von der Besetzung des vergangenen Jahres nicht mehr so viele übrig geblieben: Samu Haber, Sänger der Band "Sunrise Avenue", ist zum zweiten Mal dabei. Mit dem Duo Smudo/Michi Beck von den "Fantastischen Vier" und der "Silbermond"-Leadsängerin Stefanie Kloß sitzen gleich drei Neulinge in den Coachingsesseln.

Ironischerweise ist einzig Rea Garvey ein bekanntes Gesicht. Die Stimme der Band "Reamonn" hatte sich nach der zweiten Staffel verabschiedet. Das Comeback des Iren sorgte jedoch für Verwunderung, schließlich hatte er Zweifel am Erfolgspotenzial von Castingshow-Kandidaten geäußert.

Aber, und das zeigt auch wieder der Start der aktuellen Staffel, besticht die Show ohnehin primär durch die Auftritte der Coaches. Bei "The Voice" geht es zwar auch um den Wettkampf der Kandidaten, aber der Konkurrenzkampf der fünf Stars in den Sesseln bietet einen echten Mehrwert zu anderen Castingshows. Und so trällert Garvey schon mal ein "Sie ist weg — weg! Und du bist wieder allein, allein!" in Richtung der "Fantastischen Zwei" und legt dabei noch einen mehr oder minder gelungenen Tanz hin. "Sie ist weg" war 1995 einer der größten Hits der Musiker.

Dabei darf man nicht vergessen: Die Qualität in der Show ist erneut außerordentlich, die Sänger bestechen mit professionellen Auftritten. "The Voice" ist die einzige Show, die es sich erlauben kann, in kürzester Zeit liebgewonnene Kandidaten schon in der ersten Runde rauszuschmeißen.

Andererseits: Wenn es klappt, dann trifft es auch zumeist den Zuschauer mit großer Wucht. Ein Ehepaar bringt Kloß mit einem "Silbermond"-Lied tatsächlich zum Weinen, der extrovertierte US-Amerikaner Rick Washington — er arbeitete schon mit Stars wie Lenny Kravitz oder Phil Collins — begeisterte vor, während und nach seinem Auftritt. "Wahnsinn, was da passiert", fasst es Garvey passend zusammen.

Und selbst in der vierten Staffel konnte "The Voice" noch überraschen. Plötzlich wurde gerappt und noch nicht mal so schlecht. Bei Eminems "Lose Yourself" standen sowohl Zuschauer als auch Coaches Kopf.

der typ tritt da voll die welle los :D auf einmal waren alle mal auf der bühne #TVOG @ProSieben #Eminem

Spontan-Auftritte von Haber und den "Fantastischen Zwei" hatte das zur Folge. "Hier geht es um die Stimme, ganz klar. Und wo ist die Stimme wichtiger als beim Rap?", fragte Smudo inmitten des Chaos. Das Talent ging verständlicherweise zu den beiden Rappern.

Die großen Abräumer des Abends mit gleich vier Kandidaten waren übrigens Michi Beck und Smudo. Ja, genau der, den nicht alle Kandidaten auf Anhieb erkannten.

Was ein geiler erster #TVOG-Twitter-Abend. Ich freu mich auf die nächsten. @TheVoiceGermany @ProSieben

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist die Jury von "The Voice of Germany"