WDR dreht Impro-"Tatort" für Neujahr - drei echte Kommissare dabei

Mit Schudt, Hartmann und Kempter : Ein Impro-„Tatort“ für Neujahr

Für den WDR inszeniert Grimme-Preisträger Jan Georg Schütte einen ganz besonderen „Tatort“: Der Fall „Gut und Böse“ kommt ohne Drehbuch aus, zehn Schauspieler wirken mit.

Die Idee ist nicht neu: Im Ludwigshafener „Tatort“ gab es 2017 schon einmal einen Fall mit viel Dialekt und ohne Drehbuch. Bei Zuschauern und Kritikern kam der Fall nicht gut an. Dennoch setzt der WDR nun ebenfalls auf Improvisation in Deutschlands berühmtester Krimireihe. Und vieles deutet darauf hin, dass dieser Fall besser gelingt.

Denn verantwortlich ist Regisseur und Grimme-Preisträger Jan Georg Schütte. Er ist laut WDR ein „Spezialist für Drehs ohne festes Drehbuch“. Er inszenierte bereits die preisgekrönten Improvisationsfilme „Altersglühen – Speed Dating für Senioren“ (2014), „Wellness für Paare“ (2016) und „Klassentreffen“ (2019).

Der Fall: Ein Serienmörder ist auf der Flucht, bisherigen Soko-Teams ist es nicht gelungen, ihn zu fassen. Deshalb wird ein High-Performance-Team der sieben besten NRW-Kommissare in einem Tagungshotel nahe Köln zusammenkommen, um sich auf den Fall einzuschwören: Ihnen wird zugetraut, die Mordserie zu beenden, der bereits vier Polizeibeamte zum Opfer fielen. Zur Seite steht ihnen ein international renommiertes Coaching-Team (Charly Hübner, Bjarne Mädel). Als Polizisten mit dabei sind drei „echte“ „Tatort“-Ermittler: Anna Schudt und Jörg Hartmann sind Teil des Teams Dortmund, Friederike Kempter unterstützt die Chefs Thiel und Börne in Münster. Friedrich Mücke, Nicholas Ofczarek, Jörg Ratjen und Elena Uhlig komplettieren das Ensemble.

Aber auch sie haben Krimi-Erfahrung: Hübner gehört zum Rostocker „Polizeiruf“-Duo. Mädel war der „Tatortreiniger“ und Dorfpolizist bei „Mord mit Aussicht“. Mücke spielte schon in mehreren „Tatorten“, zuletzt in Stuttgart einen Staatsanwalt, Uhlig war in einem Münchner Fall zu sehen. Der Österreicher Nicholas Ofczarek brillierte in der Serie „Der Pass“ (Sky), Jörg Ratjen wirkte in „Rentnercops“, „Soko“ und „Großstadtrevier“ mit. Ben Beckers Schaffen umspannt alle Genres, 2018 spielte er zuletzt eine Hauptrolle in der „Polizeiruf“-Folge „Crash“. Die Schauspieler wurden laut WDR vor ganz besondere Herausforderungen gestellt. Ohne die Profile der anderen Darsteller zu kennen, improvisierten die Akteure zwei Tage lang auf Basis ihrer Rollenprofile. Unvorhersehbare Situationen beeinflussten den Fortgang des Krimiplots. Und erst im Laufe der Dreharbeiten entwickelte sich letztlich, wer „gut“ und wer „böse“ ist.

Der technische Aufwand war enorm: 24 bemannte sowie zwölf unbemannte Kameras zeichneten 212 Stunden Material auf, das in sieben Stunden bei den Dreharbeiten entstand.

Gedreht wurde am 9. und 10. Mai 2019 in Siegburg. Der Sendetermin ist voraussichtlich am 1. Januar 2020 im Ersten.

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