Was hinter der Fehde zwischen Oliver Pocher und Boris Becker steckt

Neuer Zündstoff : Was hinter der Fehde zwischen Oliver Pocher und Boris Becker steckt

Eine Zwangsversteigerung von Trophäen aus Boris Beckers Privatbesitz soll dessen Schuldenberg verkleinern. Ausgerechnet Oliver Pocher ersteigert zwei Pokale: Ist das ein Friedensangebot oder der nächste Angriff?

Oliver Pocker (41) kann es einfach nicht lassen. Seit über zehn Jahren schon stichelt er immer wieder gegen den früheren Tennis-Star Boris Becker (51). Noch vor gut einem Jahr hatte Pocher auf Facebook gegen Becker ordentlich vom Leder gezogen. Nicht alle seine Fans waren davon gänzlich angetan. Nun aber gab es eine Gelegenheit für Pocher, Salz in die wohl größte Wunde in Beckers Karriere zu streuen.

Auf einer Zwangsversteigerung wurden über 80 Gegenstände aus Beckers Privatbesitz verkauft. Mit dem Geld soll ein Teil der Gläubiger des hoch verschuldeten Promis ausbezahlt werden. Insgesamt kamen ungefähr 687.000 Pfund (umgerechnet 764.000 Euro) zusammen. Ein Bambi etwa wurde für 30.600 Pfund verkauft. Doch weit kommt Becker damit nicht, seine Schulden werden auf knapp 56 Millionen Euro geschätzt. Diese Gelegenheit ließ sich Pocher nicht nehmen und ersteigerte zwei gläserne Pokale für umgerechnet 25.600 Euro. „Zwei Pokale für den guten Zweck ersteigert“, schrieb der Comedian am Donnerstagabend auf Instagram. „Wir sollten mal etwas zurückgeben“, sagte Pocher der „Bild“-Zeitung im Anschluss. Becker habe mit seinem Erfolg als Tennisspieler den Deutschen „viele grandiose Nachmittage und Nächte vorm TV geschenkt“.

Ob hinter der guten Tat wirklich Nächstenliebe steckt, werden die nächsten Tage zeigen. Doch auch, wenn Pocher nichts weiteres mit den Pokalen geplant hat: Die Schmach, die Pocher seinem Intimfeind dadurch zugefügt hat, dürfte auch so schon reichen. „Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge“, hatte Becker einmal der „Bild am Sonntag“ gesagt. Aktuell wollte er sich nach Angaben seines Anwalts nun nicht äußern.

Mark Ford, der Insolvenzverwalter des ehemaligen Tennis-Stars Boris Becker, steht hinter persönlichen Erinnerungsstücken der deutschen Sportlegende. Foto: dpa/Christoph Meyer

Im vergangenen Jahr war es Becker noch gelungen, die Versteigerung seiner Erinnerungsstücke vorübergehend zu stoppen. Er genieße diplomatische Immunität, weil er zum Sport-Attaché in der EU-Vertretung der Zentralafrikanischen Republik berufen worden sei, argumentierte er. Mit seiner schwierigen Lage habe die Berufung zum Attaché freilich nichts zu tun. Ein gefundenes Fressen für Pocher, der sich in Becker-Verkleidung von Comedian-Kumpel Matze Knop interviewen ließ und dabei einen Diplomatenpass des „Taka-Tuka-Lands“ präsentierte. Das Video postete er nach der Auktion am Freitag noch einmal auf seinem Instagram-Account. Inzwischen pocht Becker nicht mehr auf seinen Diplomatenstatus.

Die Fehde zwischen Pocher und Becker geht schon auf 2008 zurück. Damals hatte sich Becker gerade mit Sandy Meyer-Wölden verlobt, Grund genug für Pocher, das Paar mit einem gehässigen Kommentar in der Sendung „Schmidt & Pocher“ mit Harald Schmidt zu belegen: „Für Sandy trifft die Redensart zu: Zu jung zum Sterben, zu alt für Lothar Matthäus.“ Brisant wurde es aber, als Becker und Meyer-Wölden 83 Tage später die Verlobung wieder auflösten, Becker zu seiner Freundin Lilly Kerssenberg zurückkehrte und diese 2009 heiratete. Denn genau einen Tag vor dieser Hochzeit gab Meyer-Wölden bekannt, von nun an mit Comedian Pocher zusammen zu sein. Als dann auch noch beide Paare 2010 ihre ersten Kinder bekamen, kam der Stein entgültig ins Rollen.

Becker machte den Anfang, er schickte einen Videogruß an seine Ex und dessen neuen Freund. „Ich hoffe, euer Baby ist putz und munter“, sagte er damals. Pocher ließ es sich daraufhin nicht nehmen, sich in seiner Sendung über die Botschaft lustig zu machen und das ganze Video mit Meyer-Wölden nachzustellen. Den medialen Höhepunkt erreichte der Streit aber 2013, als Becker in seiner Autobiografie über seine Ex-Verlobte herzieht. Für Pocher, der zwar nicht mehr mit Meyer-Wölden zusammen ist, Grund genug, einen Twitter-Streit mit Becker vom Zaun zu brechen, der in Pochers Tweet mündet, sich „gerne mal 1:1 auszutauschen, wenn Du Dich traust“.

Das Ergebnis war die RTL-Sendung „Alle auf den Kleinen“. In zahlreichen zum Teil albernen Aufgaben musste sich Oliver Pocher zusammen mit Ex-Bro'Sis-Sänger Giovanni Zarella gegen Boris und Lilly Becker beweisen. Am Ende konnte Pocher das Duell für sich entscheiden, Frieden brachte das dem ungleichen Paar aber keinen. Auch wenn Becker 2014 die Streitigkeiten für beendet erklärt hatte, mit den Worten: „Das Kriegsbeil ist begraben“.

(chal, mit Material der dpa)
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