Berlin: Verrat und Verfolgung

Berlin : Verrat und Verfolgung

Anna Loos ermittelt in ihrer Paraderolle der Helen Dorn zwischen den Fronten der Drogenmafia.

Die erste Tote gibt es schon, da ist noch keine Minute um. Helen Dorn stürmt in eine Wohnung, die Waffe im Anschlag, begleitet von etlichen Kollegen vom Landeskriminalamt (LKA). Doch für die junge Frau, die dort auf dem Boden liegt, ist es zu spät. Sie hat eine Überdosis Crystal Meth geschluckt. "Wo bleibt der Notarzt?", schreit Dorn. Da ist die Szene zu Ende - und der Zuschauer weiß: Der Notarzt kann hier auch nichts mehr machen. Aber er weiß auch: Helen Dorn (Anna Loos), Kommissarin beim LKA, wird den Typen finden, der für den Tod der Frau verantwortlich ist. Und nicht ruhen, bis er seine gerechte Strafe bekommt.

Die verwaiste 17-jährige Mila (Tara Fischer) lebt mit ihrer elfjährigen Schwester Hannah im Heim. Sie hat niemanden, der sie beschützt und für sie da ist, nicht einmal ihr Vormund Helmut Kurtz (Hary Prinz). Im Gegenteil. Er nutzt Milas Abhängigkeit aus, um sie brutal sexuell zu missbrauchen. Jasmin (Emma Bading), Milas beste Freundin, überredet sie, sich an ihrem Vergewaltiger zu rächen. Was die Teenager nicht wissen: Der Anwalt ist für die Drogenmafia tätig.

Es ist ein Samstagabendkrimi, der alles hat, was Krimifans brauchen: Verrat und Verfolgungsszenen, tragische Figuren wie Mafiachef Gogol oder die Ehefrau von Gogols Anwalt, unerwartete Wendungen, eine Menge Leichen und viel Gefühl. So viel, dass Helen Dorn auch mal die Tränen kommen, als sie ihrem Vater (Ernst Stötzner), dem alten abgebrühten Ex-Kommissar, von den toten Mädchen erzählt. Ansonsten ist Anna Loos (46) als Helen Dorn gewohnt cool und schlagfertig, diesmal auch gegenüber einer arroganten Kollegin vom Bundeskriminalamt, die ihr blöd kommt und dafür von Kommissarin Dorn kühl abgebürstet wird.

Drehbuchautor Mathias Schnelting und Regisseur Alexander Dierbach erzählen diesmal eine ziemlich brutale, aber auch ziemlich spannende Geschichte. Und Anna Loos überzeugt einmal mehr in der Rolle der abgeklärten Kommissarin, die immer ihr Ding macht, sich nichts sagen lässt und am Schluss Recht behält.

"Helen Dorn: Verlorene Mädchen", ZDF, Sa., 20.15 Uhr

(dpa)
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