Schweriner "Polizeiruf 110" eingestellt: Uwe Steimle ermittelt nicht mehr

Schweriner "Polizeiruf 110" eingestellt: Uwe Steimle ermittelt nicht mehr

Hamburg (RPO). Der "Polizeiruf 110" aus Schwerin wird nach 15 Jahren eingestellt. Ab 2010 soll der Krimi in Rostock spielen. Das bedeutet auch das Aus für das Kommissar-Duo Jens Hinrichs (Uwe Steimle) und Markus Tellheim (Felix Eitner). Uwe Steimle glaubt, dass die Entscheidung mit seiner politischen Einstellung zusammenhängt. Der Sender wies die Kritik zurück.

Die "Bild am Sonntag" zitierte Steimle mit den Worten: "Ich glaube, dem neuen ARD-Programmdirektor Volker Herres passt meine politische Haltung nicht." Es sei bekannt, dass er die Kandidatur von Peter Sodann zum Bundespräsidenten unterstütze, betonte der in Dresden geborene Schauspieler und Kabarettist. Sodann ist Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten. Darüber hinaus hat Steimle laut der Zeitung immer wieder Kritik am Format und am eigenen Sender geübt. "Seit einem Jahr bitte ich deshalb um einen Termin bei Herrn Herres", sagte der 45-Jährige. "Die einzige Antwort, die ich erhalten habe, ist, dass ich entfernt werde."

Der Leiter des NDR Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung, Thomas Schreiber, sagte am Sonntag: "Die Unterstellung von Herrn Steimle, der NDR erteile ihm Berufsverbot, ist Unsinn." Schließlich habe man ihm bei anderen Projekten eine weitere Zusammenarbeit angeboten. Die Erwartung eines Schauspielers, eine Beschäftigung als "Polizeiruf"-Kommissar sei - wie im wirklichen Leben - eine Anstellung auf Lebenszeit, könnten die Reihe und der NDR allerdings nicht erfüllen.

Herres, der bis jüngst NDR-Fernsehprogrammdirektor war, betonte: "Rollen enden, das ist normal, große Schauspieler bleiben." Und Steimle sei ein "bemerkenswerter Darsteller", dessen Begabungen er sehr zu schätzen wisse.

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Steimle und Eitner werden im kommenden Jahr noch in zwei Folgen im Ersten zu sehen sein. Die erste Ausgabe des neuen "Polizeiruf 110" soll voraussichtlich 2009 gedreht und 2010 gesendet werden.

Schreiber hatte am Samstag betont, Mecklenburg-Vorpommern sei "so bunt und vielfältig - das wollen wir zeigen". Die Hafenstadt Rostock sei "das wirtschaftliche Zentrum des Landes" und eigne sich "perfekt für viele spannende Kriminalgeschichten". Sein "großer Dank" gelte Eitner und vor allem Steimle. Er habe den Schweriner "Polizeiruf" von Anfang an geprägt und in seinen 31 Einsätzen als verschrobener Kommissar Hinrichs Kultstatus erlangt.

In Schwerin wird im "Polizeiruf 110" seit 1994 ermittelt. Steimle hatte während dieser Zeit wechselnde Ermittlerpartner an seiner Seite gehabt, vor Eitner waren es die Schauspieler Kurt Böwe, Jürgen Schmidt und Henry Hübchen.

(afp)
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