Zu Gast in Sendung von Komiker Seth Meyers US-Präsident Joe Biden isst Eis und scherzt über Swift-Verschwörungstheorie

Washington/New York · US-Präsident Biden gibt nicht oft TV-Interviews. Dafür kam er nun in die Sendung von Komiker Seth Meyers. Dort amüsierte Biden sich über eine Verschwörungserzählung, laut der Taylor Swift den Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im November zum Sieg verhelfen soll. Auch machte er Hoffnung, dass bis Montag eine Gaza-Feuerpause steht.

Biden: US-Präsident geht Eis essen mit Seth Meyers in New York
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Joe Biden geht mit US-Talkmaster Eis essen

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Foto: AP/Evan Vucci

US-Präsident Joe Biden hat in der Talkshow des Komikers Seth Meyers über eine angebliche Unterstützung durch Popstar Taylor Swift im Wahlkampf gescherzt. Das Gespräch mit dem Talkmaster und Comedian Seth Meyers, dem Gastgeber der Talkshow „Late Night With Seth Meyers“ des Senders NBC, wurde am Montag aufgezeichnet, als Biden sich wegen einer Wahlkampfveranstaltung mit Spendern in New York aufhielt.

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Das ist US-Präsident Joseph „Joe“ Biden

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Foto: dpa/Patrick Semansky

Meyers befragte Biden zu einer von Konservativen in sozialen Medien verbreiteten Verschwörungserzählung, nach der Swift und ihr Partner, der Football-Spieler Travis Kelce, Teil eines ausgeklügelten Plans sein sollen, den Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im November zum Sieg zu verhelfen. „Können Sie bestätigen oder dementieren, dass es eine aktive Verschwörung zwischen Ihnen und Frau Swift gibt?“, fragte Meyers. „Woher bekommen Sie diese Informationen, sie sind vertraulich“, antwortete Biden.

Er fügte hinzu, dass die 34-jährige Sängerin ihn im Wahlkampf 2020 unterstützt habe. Meyers fragte daraufhin, ob sie dies erneut tun werde, woraufhin Biden lachend antwortete: „Ich habe Ihnen gesagt, es ist vertraulich.“

Der 81-Jährige ging auch auf Bedenken hinsichtlich seines Alters ein. „Sie müssen sich den anderen Kerl anschauen, er ist ungefähr so alt wie ich, aber er kann sich nicht an den Namen seiner Frau erinnern“, sagte er. Es war ein Verweis auf einen kürzlichen Auftritt Trumps, bei dem der Präsidentschaftsbewerber seine Frau Melania gelobt hatte, aber auch den Namen Mercedes erwähnte. Mercedes Schlapp, Mitglied der Conservative Political Action Conference, bei der Trump sprach, befand sich im Publikum. Einige legten in sozialen Medien nahe, dass Trump nicht seine frühere Mitarbeiterin gemeint, sondern den falschen Namen für seine Frau verwendet habe. Biden erklärte, worauf es wirklich ankomme, sei, „wie alt deine Ideen sind“.

Der US-Präsident äußerte sich außerdem zu einem möglichen Lösungsweg im Gaza-Krieg. „Es gibt einen Pfad nach vorn, mit Schwierigkeiten“, sagte Biden (81) in der am Montag aufgezeichneten Sendung. Zuallererst müssten die immer noch in Gaza gefangen gehaltenen israelischen Geiseln freigelassen werden. „Es gibt auch eine Übereinkunft seitens der Israelis, dass sie keine Aktivitäten während des (muslimischen Fastenmonats) Ramadan unternehmen würden, um uns die Zeit zu geben, alle Geiseln herauszubekommen“, ergänzte Biden.

Damit gab Biden letztlich wieder, was israelische Medien zuletzt über die Verhandlungen der Vermittler in dem Konflikt berichteten. Demnach wäre Israel bereit, eine rund sechswöchige Waffenruhe zu akzeptieren. Dies sieht den Berichten zufolge ein von den Vermittlerstaaten Ägypten, Katar und den USA kürzlich in Paris vorgeschlagener Verhandlungsrahmen vor.

Nach der Aufzeichnung der Sendung hatte Biden am Montagabend (Ortszeit) zudem die Hoffnung auf eine baldige Feuerpause zwischen Israel und der Hamas konkretisiert. „Mein nationaler Sicherheitsberater sagt mir, dass wir nahe dran sind“, sagte Biden, während er in Begleitung von Meyers ein Eis in New York aß. Noch sei man nicht am Ziel. „Ich hoffe, dass wir bis kommenden Montag eine Waffenruhe haben werden.“ Der muslimische Fastenmonat Ramadan beginnt um den 10. März. Ob die internationalen Vermittler bis dahin ein Abkommen über einen erneuten Geisel-Austausch aushandeln können, ist jedoch ungewiss. Zuvor hatten Medien berichtet, dass die schwierigen Verhandlungen nicht vorankämen.

Eine baldige Waffenruhe - im Zusammenhang mit der Freilassung von Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge - sah Biden als wichtigen Schritt auf einem Weg in Richtung Frieden in Nahost. „Ich denke, wenn wir das bekommen - eine vorübergehende Feuerpause, werden wir in der Lage sein, in eine Richtung zu gehen, in der wir die Dynamik verändern können“, sagte Biden. Man werde dann „nicht sofort eine Zweistaatenlösung haben, aber einen Prozess, um eine Zweistaatenlösung zu erreichen.“ Damit ist die Gründung eines eigenständigen palästinensischen Staates gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert. Der US-Präsident gibt selten TV-Interviews.

In einem vorab gesendeten Video sagte Biden: „Es ist schön, wieder hier zu sein. Warum hast du mich nicht eher eingeladen?“ Biden war bereits vor zehn Jahren als Gast in der Sendung. Damals wie heute war neben Biden auch Komikerin Amy Poehler zu Gast. Der US-Präsident gibt selten TV-Interviews - dafür steht er bei Terminen häufig Rede und Antwort, wenn die anwesende Presse Fragen stellt.

(lav/dpa)
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