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"Unterm Radar" mit Heino Ferch in der ARD

Berlin : Vom Wert der Freiheit

In dem Politthriller "Unterm Radar" wird die deutsche Sicherheitspolitik ins Visier genommen.

Bombenalarm in Berlin - ein herrenloser roter Reisekoffer steht vor der Gedächtniskirche, ein Entschärfungstrupp sperrt alles ab und zerstört den Koffer. Fehlalarm, der Inhalt war harmlos. Alltag für die Polizei in Berlin.

Wenig später wird es leider blutiger Ernst: Ein Linienbus explodiert am Gendarmenmarkt, bei dem Anschlag kommen sieben Menschen ums Leben, 40 Personen werden schwer verletzt. Die beiden BKA-Fahnder Heinrich Buch (Heino Ferch) und Richard König (Fabian Hinrichs) lassen daraufhin die Wohnung der Richterin Elke Seeberg (Christiane Paul) stürmen und die schlafende Frau brutal festnehmen. Grund: Ihre Tochter Marie (Linn Reusse), eine Studentin der Islamwissenschaften und angehende Journalistin, wird verdächtigt, gemeinsam mit ihrem marokkanischen Freund an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Elke Seeberg beteuert, dass sie und ihre Tochter unschuldig sind. Mit Hilfe ihrer Freundin Ulla (Inka Friedrich) und des Journalisten Tom Henskind (Matthias Matschke) beginnt sie, nach ihrer verschwundenen Tochter zu suchen. Allmählich kommt die bittere Wahrheit ans Licht.

Der Film zeigt klar, wie weit Behörden und Ermittler gehen können, wenn es um die Überwachung von Bürgern geht. "Unterm Radar" ist ein Fachausdruck und meint: Bei der Wahrheitsfindung dürfen alle (Rechts-)Mittel ausgeschöpft werden: Kameras halten fest, wo ein Verdächtiger sich aufgehalten hat; Telefon- und Bankverbindungen tun ihr Übriges. Darüber hinaus machen Regisseur Elmar Fischer und Autorin Henriette Buegger klar, dass es bei allem auch um persönliche Beziehungen geht und darum, inwieweit eine Mutter zu ihrer Tochter stehen kann, von der sie bei weitem nicht alles weiß.

Der Film ist ein Beitrag mit gesellschaftspolitischer Relevanz, der Fragen aufwirft und auffordert, sich ihnen zu stellen. "Das ist doch die Chance, die wir mit solchen Filmen haben: Wir verführen Menschen, sich auf andere Milieus, spannende Figuren und fremde Sichtweisen einzulassen, und bringen so den Kopf zum Arbeiten", sagte Fischer zu seinem Film. "Wenn das gelingt, dann freut mich das, und ich weiß, warum ich diesen Job mache."

"Unterm Radar", ARD, 20.15 Uhr

(dpa)