1. Panorama
  2. Fernsehen
  3. TV-Programm

Dschungelcamp 2022: RTL-Show soll trotz Omikron in Südafrika stattfinden - Ich bin ein Star - Holt mich hier raus"

Realityshow trotz Omikron? : RTL äußert sich erneut zu Dschungelcamp in Südafrika

Die 15. Staffel der Realityshow soll im Januar am Rande des berühmten Krüger-Nationalparks in Südafrika produziert werden. Doch seit der neuen Corona-Virusvariante werden die Fragezeichen größer.

Wie es auch immer kommt: Der Dschungelkönig 2022 wird nach Stand der Dinge ein Herrscher ohne Regenwald werden. Denn das Camp der RTL-Realityshow „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ wird wegen Corona fern von Australien aufgeschlagen. Zurzeit plant der Sender mit Südafrika. Die Ekel- und Mutproben sollen am Rande des berühmten Krüger-Nationalparks stattfinden. Doch seit dem Aufkommen der Omikron-Virusvariante dürfte man hinter den RTL-Kulissen vermutlich einen neuen Plan B entwickeln.

Nach Auskunft von RTL vom Donnerstag (16. Dezember) bleibt es für die Teilnehmer - darunter Reality-TV-Kandidat Filip Pavlovic, Sänger Lucas Cordalis und Designer Harald Glööckler - nach jetzigem Stand beim Reiseziel Südafrika: „Wir planen weiterhin mit dem Dschungelcamp 2022 in Südafrika.“ Natürlich beobachte der Sender die Entwicklung genau. Es seien entsprechende Hygiene-Konzepte entwickelt worden. Das komplette Team und die südafrikanische Crew werde komplett isoliert leben und arbeiten.

Die 15. Staffel des Spektakels soll laut diesem Szenario im Januar in der spektakulären Savannenlandschaft nahe dem Blyde River Canyon produziert werden. Da gibt es zwar jede Menge schöner und auch gefährlicher Tiere und Landschaften für Mut- und Ekelproben aller Art - aber eben überhaupt gar keinen Dschungel. Der Kap-Staat bietet den Machern der Show nicht nur wegen der geringeren Zeitverschiebung zu Deutschland (gerade mal eine Stunde) viele dramaturgische Vorteile. Dennoch sind Zweifel erlaubt, ob es bei diesem Plan bleibt.

Das ins Auge gefasste Dschungelcamp befindet sich nahe einer der schönsten Routen auf dem Weg zum Krüger-Nationalpark: dem Blyde River Canyon. In Vor-Corona-Zeiten wimmelte es hier nur so vor Touristen aus aller Welt, doch dann sorgten globale Restriktionen erst mal für monatelange Flaute im Tourismusgeschäft. Nun bereitet sich das Park-Management erneut auf Kaskaden von Stornierungen vor.

Denn seit der Entdeckung der neuen Omikron-Variante im südlichen Teil des Kontinents hagelte es nur so an Reisebeschränkungen gegen Südafrika - und das obwohl auf der südlichen Halbkugel gerade Sommer ist, also die Hochsaison. Touristen von außerhalb Afrikas bringen der Branche mit ihren rund 1,5 Millionen direkten und indirekten Jobs nach Schätzungen jährlich umgerechnet 4,7 Milliarden Euro ein.

Dabei hatte die Branche nach fast zweijähriger Corona-Flaute endlich wieder Morgenluft gewittert. Alles stand bereit für den Neuanfang, viele Anlagen waren aufwendig modernisiert und auf Hochglanz gebracht. Bei der Anreise über das wichtigste Einfallstor für Touristen auf dem Weg zum berühmten Tierparadies - dem Eastgate-Flugplatz - könnten die Dschungelkämpfer eine gerade für 1,2 Millionen Euro modernisierte Anlage bewundern.

  • „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ : Filip Pavlovic gewinnt das Dschungelcamp 2022
  • Eine Aufgabe von Ärztin Tanja Hadamik
    Medizinische Laboratorien Düsseldorf : „Jeden Tag kommt ein Omikron-Fall hinzu“
  • Bisher gibt es nach Angaben der
    Ansteckende Virusvariante in Mönchengladbach : Wieso ein Omikron-Verdachtsfall noch keine Gewissheit hat

Das Dschungelcamp wurde von der Tourismusbranche in gewisser Weise auch als Hoffnungsträger verstanden. Ähnlich sieht es bei der heimischen Filmindustrie aus, die seit Beginn der Corona-Krise am Boden liegt. Galt der Kap-Staat einst wegen seiner günstigen Preise und der grandiosen Landschaften als Tummelplatz für Drehteams aus aller Welt, so knickte laut der nationalen Film- und Videostiftung der Umsatz der Branche ebenso wie die Zahl der Jobs drastisch ein.

Jeder Drehtag im Lande ist daher willkommen. Doch nach Bekanntgabe der neuen Variante am 25. November hagelte es Absagen. „Allein am Freitag hat unsere Industrie rund 100 Millionen Rand verloren“, klagte Beverley Wynne von der Commercial Producers Association of South Africa im TV-Sender eNCA - das sind etwa 5,5 Millionen Euro.

Was passiert, wenn auch RTL der Dreh in Südafrika zu gefährlich wird? Eine komplette Absage? Unwahrscheinlich. Eher ist mit einem Ersatz in Deutschland zu rechnen. So spielten die Prominenten im Januar 2021 in einer „Dschungelshow“ mit. Sie lebten dabei als Kleingruppe in einem winzigen Häuschen in einem Studiokomplex in Hürth bei Köln. Das hieße: Ekelprüfungen inmitten von Topfpflanzen. Ohne Dschungel.

(mcv/dpa)