Leipzig: Trauer um Professor Simoni

Leipzig: Trauer um Professor Simoni

Dieter Bellmann spielte den TV-Arzt in der beliebten ARD-Serie "In aller Freundschaft".

Er war mehr als ein beliebter TV-Arzt: Der als Professor Simoni in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" (IaF) einem Millionenpublikum bekannte sächsische Schauspieler Dieter Bellmann ist tot. Er starb am Montag im Alter von 77 Jahren in Leipzig, wie Sprecherinnen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und der Produktionsfirma Saxonia Media sagten. "Wir nehmen Abschied von einem guten Freund, der in seiner Rolle wie auch als Mensch eine ganz herausragende Figur bei ,In aller Freundschaft' war", sagte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi. Er habe sich mit hoher Professionalität und viel Charme in die Herzen der Fans gespielt.

Der aus Dohna in der Sächsischen Schweiz stammende Schauspieler war im Oktober 1998 schon in der ersten Folge der Serie über die fiktive Sachsenklinik in Leipzig zu sehen, die bundesweit im Ersten ausgestrahlt wird und als Quotengarant gilt. Im Durchschnitt schalten rund 5,5 Millionen Zuschauer dafür ein. Bellmann war fast zwei Jahrzehnte lang aus IaF nicht wegzudenken, als Chefarzt, als Klinikdirektor und schließlich nach Professor Simonis Pensionierung als Berater. Die letzte Folge mit ihm wurde im Ersten erst am 10. Oktober gezeigt.

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Daneben stand der Leipziger, der mit Kollegin Astrid Höschel-Bellmann verheiratet war und einen Sohn hat, auch auf der Bühne von Schauspiel und Kabarett. Als Synchronsprecher lieh er Stars wie Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Donald Sutherland seine sonore Stimme. "Doch persönlich kennengelernt habe ich sie leider nie", bedauerte Bellmann.

Seine fast 50-jährige Karriere begann nach dem Studium an der Theaterhochschule Leipzig am dortigen Schauspiel, wo er auch als Regisseur arbeitete - wie später am Kabarett Leipziger Pfeffermühle. Mit IaF wurde Bellmann zum Publikumsliebling. Der nach Angaben von Saxonia Media überraschende Tod traf auch seine Serienkollegen schwer. Jutta Kammann, die 16 Jahre lang Oberschwester Ingrid in der Sachsenklinik und zuletzt Professor Simonis Lebensgefährtin war, ergänzte: "Ich bin tief erschüttert." Sie sei dankbar für Freundschaft und Zusammenarbeit. "Mach"s gut, lieber Dieter!"

(dpa)