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Til Schweiger stellt neuen Tatort-Leichen-Rekord auf

Tatort "Kopfgeld" : Til Schweiger stellt neuen Leichen-Rekord auf

Immer mehr Action, immer mehr Tote. Der Trend beim Tatort ist ungebrochen. Mit 19 Toten wird der Hamburger "Tatort" mit Til Schweiger am kommenden Sonntag der leichenreichste in der Geschichte der ARD-Krimireihe. Die Bestmarke hält nur bis Oktober. Dann kommt es noch dicker.

Statistiken über Leichen und andere Dinge führt mit aller gebotenen Akribie die Fanseite "tatort-fundus.de". François Werner, Betreiber der "Tatort-Fundus"-Webseite erläuterte, sogenannte aktive Leichen gezählt zu haben. Das sind Menschen, die während der Handlung sterben und nicht die, die in der Geschichte erwähnt werden oder früher gestorben sind.

Demnach führt nun Til Schweiger alias Nick Tschiller zumindest vorübergehend das Ranking an. Bisheriger Rekordhalter mit 15 Leichen war der Wiener Fall "Kein Entkommen" vom 5. Februar 2012. Zuvor hatte seit 2004 ein Bremer Satanismus-"Tatort" mit dem Titel "Abschaum" den Rekord gehalten - und zwar mit 14 Toten.

"Kopfgeld" läuft am Sonntag (9. März) um 20.15 Uhr im Ersten. Es ist der zweite Fall für die Hamburger Ermittler-Figur Nick Tschiller. Der erste vor einem Jahr hatte mehr als 12,5 Millionen Zuschauer.

Der Trend ist eindeutig: Im Tatort müssen immer mehr ihr Leben lassen.

Experte François Werner: "Nahezu alle Toten des neuen "Tatorts" sind türkischer Herkunft. Es geht um den Kampf zweier rivalisierender Clans. Alle Opfer und Täter sind männlich." Tschiller greife einmal zur Waffe und erschieße einen Menschen, setze aber auch andere Mittel ein, um sich gegen die Kriminellen zu wehren.

Die Betonung der Totenzahl geht manchem "Tatort"-Macher gegen den Strich. "Ich halte diese Leichenzählerei für ein ziemlich unergiebiges Thema", sagt Liane Jessen, Leiterin Fernsehspiel und Spielfilm beim Hessischen Rundfunk (HR) in Frankfurt.

Sie reagiert damit etwa auf die Ankündigung von Kinostar Schweiger, der der "Bild"-Zeitung vor einigen Wochen (8. Januar) gesagt hatte, er übertreffe sich in seinem zweiten Hamburg-Krimi selbst ("Im neuen "Tatort" wird es mehr als sieben Tote geben").

Schweigers Einstand ("Willkommen in Hamburg") vor einem Jahr war mit sieben Toten der "Tatort" mit den meisten Leichen im Jahr 2013.

Bereits Monate vor ihrer Ausstrahlung sorgt die HR-Produktion "Im Schmerz geboren" für Aufsehen, an der Liane Jessen beteiligt war. Dieser "Tatort" - der vierte Fall des hessischen Ermittlers Felix Murot (gespielt von Ulrich Tukur) - soll am Ende 47 (!) Tote aufweisen. Er ist voraussichtlich am 12. Oktober im Ersten zu sehen.

"Wir haben uns das nicht ausgesucht, wir laufen damit keinem Trend hinterher, das ist schlicht und einfach dem Genre geschuldet. Es handelt sich um einen Western, mit einem typischen Rachefeldzug und einer beeindruckenden Friedhofsszene am Schluss", erläutert Jessen.

  • Fotos : Szenen aus dem Tatort "Kein Entkommen"
  • Fotos : Bilder aus dem ersten Tatort mit Til Schweiger
  • ARD-Krimi-Klassiker : Das sind die aktuellen "Tatort"-Teams

Die Tukur-Krimis haben in den vergangenen Jahren Wert darauf gelegt, besonders künstlerisch zu sein. Der erste Fall 2010 ("Wie einst Lilly") kreiste um den Linksterrorismus der RAF, der zweite 2011 ("Das Dorf") spielte mit Edgar-Wallace-Versatzstücken und der dritte 2013 ("Schwindelfrei") war ein Zirkusfilm. Nun geht es also im Western-Stil ans Werk, inklusive Erzählerstimme. Jessen: "Eine Mischung aus "Tatort", Tarantino, Italo-Western und Shakespeare."

Doch mehr als ein halbes Jahr zuvor darf am kommenden Sonntag erstmal Til Schweiger auftrumpfen: Sein Hauptkommissar Tschiller und sein Kollege Yalcin Gümer (Fahri Yardim) mischen sich in den blutigen Kampf zwischen dem kurdischen Astan-Clan und dem Bürsum-Clan ein. Es geht um die Macht in Hamburgs Unterwelt und Geschäfte mit der Droge Crystal Meth. Ein Sonntagskrimi mit viel Gangster-Gewalt, aber auch reichlich Sex und nacktem Po, wie vorab durchsickerte. Ob man das po-etisch oder unethisch findet, ist - wie so oft beim "Tatort" - Geschmackssache.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Kopfgeld": Der neue Til-Schweiger-Tatort

(dpa)