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Tatort: viele Drehungen und Wendungen, aber ein schlüssiger Plot

Tatort München "Am Ende des Flurs" : Wird Leitmayr zum vierten Todesopfer?

Für die Kommissare Leitmayr und Batic ist ihr neuer Fall viel mehr, als nur ein Job: Die attraktive Lisa Brenner ist tot. Die Suche nach ihrem Mörder wird zur Reise in die Abgründe der Menschen. "Am Ende des Flurs" ist ein Psycho-Thriller, komprimiert auf eineinhalb Stunden. Und am Ende bleibt offen: Wird Leitmayr diesen Fall überleben?

Auf dem grauen Asphalt vor dem Hochhaus liegt die Leiche einer jungen Frau in ihrem Blut. Als sie von ihrem Balkon im 12. Stock fiel, hatte sie eine Champagnerflasche und ein Glas in der Hand. Die Tote ist Lisa Brenner. Eine ausnehmend attraktive Frau, eine Femme fatale, deren großes Talent es war, dass ihr die Männer in ihrem Leben verfallen sind. Und derer gab es viele. Lisa Brenner lebte von ihnen.

Da ist der abgehalfterte Hockey-Star Hansen, der rustikale Wiesn-Wirt Feistl oder der biedere Familienvater Lischke. Undurchsichtig auch die Rolle von Harry Riedeck. Der einsame alte Mann kümmert sich um die junge Frau, kauft für sie ein. Doch bei wem ging die aussichtlose Liebe so weit, dass er sie tötete?

Die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr müssen nicht nur diesen Mord aufklären, auch ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Denn Leitmayr verschweigt, dass er einst in Lisa Brenner verliebt war, die beiden hatten eine Beziehung. Als das rauskommt, wird er von dem Fall abgezogen – und ermittelt auf eigene Faust.

Küchentisch-Philosophie in der Rechtsmedizin

Einige Männer scheinen ein Motiv gehabt zu haben, Lisa umzubringen. Es wird geschlussfolgert und vernommen, die Mosaiksteinchen scheinen sich zusammenzufügen. Doch dann wird Riedeck mit einem Hammer erschlagen. In seinem verstaubten 70er-Jahre Einfamilienhaus hinterlässt das Massaker überall Blutlachen. Im Keller findet man schließlich die übel zugerichtete Leiche des alten Mannes.

Gepaart mit eindringlichen Bildern und nervenaufreibenden Szenen kommt die Folge an manchen Psycho-Thriller heran. Das liegt vor allem auch an den großartigen schauspielerischen Leistungen, etwa von Wolfgang Czeczor als einsamer Riedeck oder Barbara de Koy als Lisas Nachbarin Margot Höllerer.

Dafür, dass es nicht allzu düster wird, sorgen andere Protagonisten: Franz Xaver Kroetz als rustikaler und vermeintlich abgebrühter Wiesn-Wirt, der schließlich ebenfalls auf dem Tisch des Pathologen landet. An seiner Seite als Ehefrau gibt es ein Wiedersehen mit Beatrice Richter, die man in ihrer Rolle wirklich erst auf den zweiten Blick erkennt.

Robert Joseph Bartl gibt den Pathologen Steinbrecher, der mit Küchentisch-Philosophie in der Rechtsmedizin agiert. Ferdinand Hofer ist Kalli Hammermann, der neue Assistent der Kommissare. Übereifrig, laut, taktlos und sehr grün hinter den Ohren. Ebenfalls ein erfrischender Ausgleich zu den beiden ergrauten Ermittlern: Lisa Wagner als sachlich-fröhliche Fallanalytikerin Christine Lerch.

Die Männer wurden dem Opfer nicht zum Verhängnis

Vielleicht sind es sogar ein bisschen zu viele Drehungen und Wendungen, Verdächtige und Nebenschauplätze, die in eineinhalb Stunden Tatort gepackt wurden. Dennoch bleibt der Plot schlüssig. Sogar die Wendung macht Sinn. Nicht die Männer wurden der Femme fatale zum Verhängnis. Das Motiv aber bleibt: Es war die unerfüllte Liebe der Nachbarin Margot Höllerer, die Lisa den Tod brachte. Und wie die Täterin zum Schluss ihren ganzen Wahnsinn offenbart, ist sehenswert.

Der Tatort endet mit einem Cliffhanger: Leitmayr wird von Margot Höllerer mit einem Messer in den Rücken gestochen. Er sinkt zu Boden. Die Blutlache breitet sich aus. Batic stürmt in die Wohnung, kniet sich neben seinen Freund. Fortsetzung folgt.

Aufgrund der großen Aufregung hier der Hinweis: Danke der Nachfrage, Franz Leitmayrs Zustand ist stabil. ;-) #Tatort

— Tatort l Das Erste (@Tatort) May 5, 2014[ View the story "Tweets zum Münchner Tatort "Am Ende des Flurs"" on Storify]

Hier geht es zur Bilderstrecke: Szenenbilder aus "Tatort: Am Ende des Flurs"

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