TV-Nachlese zum Bremer „Tatort“ Und am Ende ist es immer Karoline Eichhorn...

Düsseldorf · Der Bremer Fall „Und am Ende gewinnt die Nacht“ überzeugt mit einem starken Ensemble, schwächelt aber etwas bei der Story. Viele Themen wurden gestreift, doch am Ende blieb es meist oberflächlich.

 Starker Auftritt in leicht wirrem Fall: Karoline Eichhorn als Unternehmerin Charlotte Aufhoven.

Starker Auftritt in leicht wirrem Fall: Karoline Eichhorn als Unternehmerin Charlotte Aufhoven.

Foto: Radio Bremen/Michael Ihle

Worum ging es: Die Unternehmerin Charlotte Aufhoven (Karoline Eichhorn) tötet den Arzt Björn Kehrer (Markus Knüfken), weil ihr Liebhaber nicht gemeinsam mit ihr aus Bremen abhauen will. Unter Verdacht gerät Aufhoven aber erst ganz am Ende. Die Bremer Ermittler verdächtigen zuvor die Crew eines Frachters, die Schwester eines chronisch kranken Jungen, die Freundin der Schwester sowie eine liebeskranke Arzthelferin.

Was war gut: Das Bremer Ermittler-Trio mit Jasna Fritzi Bauer, Luise Wolfram und Dar Salim harmoniert ganz wunderbar. Die Dialoge sind unterhaltsam und witzig, die Mischung stimmt. Da verzeiht man auch, dass die Schlusspointe mit Fidel Castro nicht so recht zünden wollte.

Was war weniger gut: Autor Christian Jeltsch und Regisseur Oliver Hirschbiegel waren offenbar bemüht, möglichst viele Themen und Personal in 90 Minuten unterzubringen. Dies ermöglichte viele Wendungen und sorgte für Kurzweil. Andererseits blieben Figuren wie die Schwester des kranken Jungen (Anna Bachmann) letztlich im Ungefähren, eine echte Identifikation mit den Figuren war schwierig. Daran änderten auch überzeugende schauspielerische Leistungen wie zum Beispiel von Lisa Jopt als einsame Arzthelferin leider wenig. 

Was noch zu sagen wäre: Es ist keine sonderlich originelle Erkenntnis, aber übermäßig oft beim „Tatort“ ist die Mörderin doch die aus vielen anderen Produktionen bekannte Schauspielerin, die in der ersten Stunde des Films „nur“ eine Nebenrolle spielt und sich gar nicht sonderlich verdächtig machte. Erfahrene Krimifans ahnten also bereits einen Teil der Auflösung, als Karoline Eichhorn ihren ersten Auftritt hatte.

Wie geht es weiter: Im Sommer ist der dritte Bremer Fall „Das Ende der Zuversicht“ zu sehen – dann aber ohne Dar Salim, der mindestens für einen Fall aussetzt. Was die Zukunft seiner Rolle angeht, will sich Radio Bremen noch nicht so recht in die Karten schauen lassen. 

Schalten wir wieder ein: Ja. Trotz der kleinen Minuspunkte im zweiten Fall sogar sehr gerne.

(csi)
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