Tatort "Querschläger": So war der Krimi mit Wotan Wilke Möhring

So war der „Tatort“ mit Wotan Wilke Möhring : Ungebändigter Milchdurst im "Tatort: Querschläger"

Wotan Wilke Möhring bleibt auch in seinem zwölften „Tatort“ eher blass. Das einzige, was man mit seiner Figur Thorsten Falke verbindet, ist seine obskure Milchleidenschaft.

Worum geht’s? An einer Raststätte in der Nähe von Hamburg fallen während einer Polizeikontrolle Schüsse auf einen Lastwagen. Erst trifft ein Heckenschütze nur die Ladung, dann die Radkappe, von der die Patrone abprallt – und einen Lkw-Fahrer tödlich verletzt. Bei dem Schützen handelt es sich um den Zollbeamten Steffen Thewes (Milan Peschel). Seine Tochter ist todkrank und erwartet nicht, dass sie das Weihnachtsfest noch erleben wird. Für eine komplizierte Operation in den USA braucht die Familie 300.000 Euro. Weil ein Spendenaufruf nicht den gewünschten Erfolg brachte, will Thewes das Geld von einem Lastwagen-Spediteur erpressen.

Worum geht’s wirklich? Um die Frage, ob man anderen Menschen leid zufügen darf, um eigenes Leid zu lindern. Die Antwort ist in einem theoretischen Diskurs sehr leicht zu beantworten: natürlich nicht. Wenn man aber die todkranke Tochter von Thewes sieht, die Verzweifelung im Gesicht des Vaters, dann wird es etwas komplizierter. Die Antwort lautet dann: Es ist zwar schmerzlich zu sehen, aber nein.

Ist das gut? Es geht so. Der NDR hat mit Wotan Wilke Möhring schon sehenswertere „Tatorte“ produziert. Möhring bleibt als Ermittler Thorsten Falke aber auch in seinem zwölften Fall eher blass. Die Rolle scheint den unbestritten guten Schauspieler etwas zu unterfordern. Das einzige, was man mit ihm in Verbindung bringt, ist sein ungebändigter Milchdurst. Nun ja. Spannend ist der Film nicht, aber gegen Ende dramatisch. Das Spiel von Milan Peschel ist hingegen großartig.

(her)
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