1. Panorama
  2. Fernsehen

"Tatort" München: Auf den Spuren der Femme fatale

"Tatort" München: "Am Ende des Flurs" : Blutig und düster: Auf den Spuren der Femme fatale

An diesem Sonntag wird es beim "Tatort" tiefgründig und äußerst blutig: Die Kommissare Leitmayr und Batic müssen den Mörder der schönen Lisa Brenner finden. Eine Frau, die zahlreiche Männer für sich einnahm. Und damit Geld verdiente. Für die Ermittler wird der Fall zur Zerreißprobe. Für den Zuschauer zum Vergnügen mit Gänsehaut.

Auf dem grauen Asphalt vor dem Hochhaus liegt die Leiche einer jungen Frau in ihrem Blut. Als sie von ihrem Balkon im 12. Stock fiel, hatte sie eine Champagnerflasche und ein Glas in der Hand. Die Tote ist Lisa Brenner. Eine ausnehmend attraktive Frau, eine Femme fatale, deren großes Talent es war, dass ihr die Männer in ihrem Leben verfallen sind. Und derer gab es viele. Lisa Brenner lebte von ihnen.

Da ist der abgehalfterte Hockey-Star Hansen, der rustikale Wiesn-Wirt Feistl oder der biedere Familienvater Lischke. Undurchsichtig auch die Rolle von Harry Riedeck. Der einsame alte Mann kümmert sich um die junge Frau, kauft für sie ein. Doch bei wem ging die aussichtlose Liebe so weit, dass er sie tötete? Die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr müssen nicht nur diesen Mord aufklären, auch ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Denn Leitmayr sagt nicht alles, was er weiß.

Am Ende sind sogar drei Menschen tot und einige mehr verzweifelt und zerbrochen. Bei dem Münchner "Tatort" wird nicht an blutigen Szenen gespart. Gepaart mit eindringlichen Bildern und nervenaufreibenden Szenen kommt die Folge an manchen Psycho-Thriller heran. Das liegt vor allem auch an den großartigen schauspielerischen Leistungen, etwa von Wolfgang Czeczor als einsamer Riedeck oder Barbara de Koy als Lisas Nachbarin Margot Höllerer.

Dafür, dass es nicht allzu düster wird, sorgen andere Protagonisten: Franz Xaver Kroetz als rustikaler und vermeintlich abgebrühter Wiesn-Wirt. An seiner Seite als Ehefrau gibt es ein Wiedersehen mit Beatrice Richter, die man in ihrer Rolle wirklich erst auf den zweiten Blick erkennt. Robert Joseph Bartl gibt den Pathologen Steinbrecher, der mit Küchentisch-Philosophie in der Rechtsmedizin agiert. Ferdinand Hofer ist Kalli Hammermann, der neue Assistent der Kommissare. Übereifrig, manchmal taktlos und grün hinter den Ohren. Ebenfalls ein erfrischender Ausgleich zu den beiden ergrauten Ermittlern: Lisa Wagner als sachlich-fröhliche Fallanalytikerin Christine Lerch.

Ein bisschen Psycho-Thriller, eine unerwartete Wendung und zwei Kommissare, die sich treu bleiben: Das Einschalten am Sonntagabend lohnt sich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Szenenbilder aus "Tatort: Am Ende des Flurs"

(top)