„Tatort“-Maleficius im Schnellcheck: Starkes Thema, schwache Umsetzung

„Tatort: Maleficius“ im Schnellcheck : Starkes Thema, schwache Umsetzung

Heinz Hoenig sieht man immer noch gerne zu, Puppen haben schon mal eine Knarre und eine Roboter-Mensch-Kampfmaschine stoppt man am besten durch einen Tritt in die Kniekehle. Der „Tatort“ im Schnellcheck.

Worum ging es: Der Star-Mediziner Professor Bordauer (Sebastian Bezzel) setzt Patienten Computerchips ins Gehirn, um sie von Depressionen und anderen Krankheiten zu heilen. Im Geheimen bastelt der Transhumanismus-Forscher jedoch an einer Mischung aus Roboter und Supermensch. Der Wissenschaftler ist leider ein gewissenloses Monster. Die Situation wird zunehmend unschön, auch weil Menschen sterben. In einem actionreichen Showdown kann ihm Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) das Handwerk legen.

Was war gut: Autor und Regisseur Tom Bohn greift mit den Grenzen der Medizin ein Thema auf, das uns künftig immer mehr beschäftigen wird. Wo bleiben bei allem Glauben an den technischen Fortschritt Herz und Menschlichkeit? Die Szenen im modernen Operationsraum wirkten angemessen gruselig. Auch sehenswert: Das „Tatort“-Comeback nach 17 Jahren von Heinz Hoenig als mahnender Klinikpfarrer. Schade, dass die Figur früh dran glauben musste.

Was war nicht so gut: Die Story war von Anfang leider recht vorhersehbar. Was natürlich wie so oft beim „Tatort“ daran liegt, dass der prominenteste Nebendarsteller am Ende der Bösewicht ist. Auch die Dialoge wirkten gelegentlich durchaus hölzern. Gegen Ende fällt der Satz: „Guck mal einer an, die Puppe hat ne Knarre!“. Da zuckt man kurz zusammen auf dem Sofa. Auch das Finale wirkte etwas absurd. Odenthal stoppt die Roboter-Supermensch-Kampfmaschine mit einem Tritt in die Kniekehle. Nun ja.

Lohnte sich das Einschalten? Gutes Thema, leider einige Schwächen bei der Umsetzung. Überzeugen konnte der Fall „Maleficius“ in Gänze nicht.

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