Tatort Inferno aus Dortmund: Faber setzt alles auf eine Karte

„Tatort“-Nachlese : Das nächste Mal bitte ohne Plastiktüten

Kommissar Faber liefert sich ein packendes Psycho-Duell mit einem Psychiater, wirft LSD-Tablette ein und baut absichtlich Unfälle. Das war weniger albern, als man vielleicht denkt. Der Dortmunder Fall im Schnell-Check.

Worum ging es: Psychiater Andreas Norstädter (Alex Brendemühl) leitet zwar als Psychiater die Notaufnahme eines großen Dortmunder Krankenhauses, ist aber leider kein richtiger Arzt. Damit sein Geheimnis auch geheim bleibt, müssen zwei Mitarbeiter sterben. Kommissar Faber (Jörg Hartmann) liefert sich ein packendes Psycho-Duell mit Norstädter. Beim Showdown wird Faber bei einem Autounfall schwer verletzt, schnappt aber immerhin den Mörder.
Was war gut? Der bislang vor allem in Spanien und Frankreich bekannte Brendemühl glänzte als gruseliger Doktor mit dunklem Geheimnis. Fabers Kampf gegen den Mörder und seine eigenen Dämonen wurde auch dank einer tollen Kameraführung eindrucksvoll in Szene gesetzt. Der Cliffhanger am Schluss war eine echte Überraschung, auch wenn jeder Krimi-Zuschauer weiß, dass Faber den Unfall natürlich überlebt hat.
Was war nicht so gut? Die Selbstversuche mit Plastiktüten wirkten albern und unsinnig. Was genau wollten die Ermittler da eigentlich ermitteln? Dass ohne Sauerstoff das Atmen schwerfällt, wusste man wohl schon vorher. Dass Faber den Mörder im Alleingang stellen will und sich vom „Arzt“ sogar eine LSD-Pille andrehen lässt, verbuchen wir mal unter künstlerischer Freiheit der Autoren. Es ist ja alles letztlich nur ein Film.
Was gibt es sonst zu sagen? Dass es in den Dortmunder Fällen eigentlich nur um Faber und ein wenig um Kollegin Bönisch geht, scheint den jüngeren Ermittlern wenig zu gefallen. Aylin Tezel (spielt die junge Kommissarin Dalay) kündigte jedenfalls kürzlich an, im kommenden Jahr das Team zu verlassen.

(csi)
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