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Tatort : Im Saarland ist es Zeit für etwas Neues - so war der Fall

So war der Saarland-„Tatort“ : Es ist Zeit für etwas Neues

Im „Tatort“ aus dem Saarland musste sich Kommissar Schürk ein letztes Mal mit seinem Vater auseinandersetzen. Ein gelungener Abschluss dieser Erzählung, der zur rechten Zeit kommt.

Worum ging‘s? Ein Anwalt bediente sich der Not von Ex-Häftlingen und ließ diese wohlhabende Haushalte ausrauben. Sein Einfluss reichte bis hinter die Gefängnismauern, seine späteren Opfer spähte er per Überwachungskamera aus, die bei einem ersten Einbruch angebracht worden war. Bei einem dieser Einbrüche stirbt eine Frau, die Ermittlungen beginnen. Und führen die Kommissare bald zu Roland Schürk (Torsten Michaelis), der dem geneigten Zuschauer bereits aus den beiden ersten Folgen des noch recht neuen Teams als der gewalttätige Vater von Ermittler Adam (Daniel Sträßer) bekannt ist. Dieser liegt erschossen in seinem Haus – und Adam ist auf der Flucht.

Doch sein Kollege und bester Freund Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) glaubt, dass die beiden Fälle zusammenhängen. Auch bei Schürk war vor einiger Zeit eingebrochen worden, auch bei ihm finden sie eine Überwachungskamera. Davon lassen sich nach und nach auch die Kolleginnen Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer) überzeugen. Und finden über die Aufnahmen des Anwalts schließlich die Lösung: Schürk, der seinen Sohn schon als Kind regelmäßig misshandelte, hatte seinen Suizid inszeniert und Adam zuvor betäubt, damit alles nach Mord aussieht.

Dieser verbringt die meiste Zeit dieses Krimis im Gefängnis, wo er unter anderem auf seinen Onkel trifft, der einsitzt, weil er für gemeinsame Banküberfälle mit Vater Schürk die Verantwortung übernommen hatte. Und erfährt am eigenen Leib, wie weit die Arme des Anwalts, der auch als der Kraken bekannt ist, reichen.

Worum ging‘s wirklich? Zum dritten Mal spielte die Geschichte von Kommissar Schürk und seinem Vater eine wichtige Rolle. Vom Vater jahrelang misshandelt hatte Adam diesen als Jungen gemeinsam mit seinem besten Freund Leo fast totgeschlagen. Das belastete nicht nur die Freundschaft, sondern auch die Zusammenarbeit der beiden Kommissare und das gesamte Team. In „Das Herz der Schlange“ macht Hölzer den Kolleginnen gegenüber endlich reinen Tisch. „Der König ist tot“, sagt Leo, als Adam aus dem Gefängnis kommt, „lang lebe der König“, antwortet Adam, dann umarmen sich die beiden – ein gelungener Abschluss eines ungewöhnlichen und spannenden Erzählstrangs.

Wie könnte es weitergehen? Sicherlich wird dieser über drei Fälle gespannte Bogen nicht einfach so verschwinden, dennoch sollte jetzt mehr Platz für Anderes sein. Es ist Zeit für etwas Neues im Saarland, eine Entwicklung der Figuren Adam und Leo abseits von der stets über allem schwebenden Vater-Sohn-Geschichte zum Beispiel. Und für mehr Profil für die beiden Ermittlerinnen, die bisher eher die zweite Geige gespielt haben und nie dahinter kamen, was ihre beiden Kollegen eigentlich verbindet.

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Jetzt wissen sie endlich auch Bescheid, das junge Team hat nun also die Chance, sich auf Augenhöhe weiterzuentwickeln. Nur einen Fall hat der Saarländische Rundfunk dafür pro Jahr – nach den bisherigen dreien dieses neuen Teams kann man sagen: schade. Und sich schon jetzt aufs kommende Jahr freuen.