"Tatort: Der höllische Heinz": Komm, lass das Lasso stecken

"Tatort"-Nachlese : Komm, lass das Lasso stecken

In der Westernstadt "El Dorado" liegt der Häuptling tot in der Kulisse. Im bislang schwächsten Fall aus Weimar ulken sich Nora Tschirner und Christian Ulmen durch 90 Minuten Krimi. Es war Klamauk ohne alles.

Worum ging’s? Die Bewohner der Westernstadt „El Doroda“ bei Weimar sind sauer, denn Geschäftsführer Heinz Knapps (Peter Kurth) will sie rauswerfen. Entschieden hat das aber Eigentümer „Einsamer Wolf“ – der erst ab- und dann als Wasserleiche wieder auftaucht. Parallel endet Knapps Lieblings-Longhornrind als Hackfleisch. Ein Ablenkungsmanöver des Ketchup-Freunds Heinz, dem neuen Herrscher des Parks? Oder steckt eine biestige Bauunternehmerin (schön schnippisch: Marie-Lou Sellem) samt „tiefbegabtem“ Rocker-Sohn hinter dem Mord?

Worum ging’s wirklich? Nora Tschirner wollte unbedingt mal im Cowgirl-Fummel reiten und sexy im Saloon singen. Daher der Kern, ihr Undercover-Auftritt à la Boerne. Gern geschehen! Oder auch nicht.

Wie war die Idee? Gut. Die Westernstadt reiht sich hervorragend ein in das Ensemble der bisherigen Schauplätze wie Wurstfabrik, Kloßmanufaktur und Bordell. Doch was hätte sein können, blitzt nur auf, wenn etwa der emsige Totengräber vor einem Duell noch flott bei Lessing (Christian Ulmen) Maß nimmt.

Woran erinnerte das Ergebnis? An den „Schuh des Manitu“, den Blödelfilm von 2001 von und mit Comedian Bully Herbig. Klamauk ohne alles. Schade drum.