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Tatort aus Münster: Summ, Summ, Summ So war Roland Kaiser als "Tatort"-Leiche

Wiederholung am Ostersonntag : Das passiert im Münster-„Tatort“ mit Roland Kaiser

In der „Tatort“-Wiederholung „Summ Summ Summ“ am Sonntagabend spielte Schlagerstar Roland Kaiser einen Schlagerstar. Die Folge bot eine Abwechslung vom Münsteraner Krimi-Kuriositäten-Kabinett. Unsere TV-Kritik aus dem Jahr 2013, als der Krimi zum ersten Mal ausgestrahlt wurde.

Der Stich einer Biene erledigt den singenden Herzensbrecher – darauf muss man auch erst mal kommen. Nachdem sich Jan Josef Liefers und Axel Prahl als Hauptdarsteller des Münster-"Tatorts" zuletzt über die mangelnde Qualität der Drehbücher beim WDR beschwert haben sollen, bot die Folge "Summ, Summ, Summ" mit Roland Kaiser als prominentem Gaststar und zweiter Leiche immerhin mal eine Abwechslung vom Münsteraner Krimi-Kuriositäten-Kabinett.

Was ist im „Tatort“ passiert? Jede Woche eine neue Stadt, in jeder Stadt eine andere Frau - Schlagersänger Roman König (Roland Kaiser) führt ein Leben, das man eigentlich Rockstars nachsagt. Die Herzen seiner weiblichen Fans fliegen ihm zu. Dass die Damen das Hotel belagern, in dem König für sein Konzert in Münster wohnt, wundert keinen - bis auf Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers). «Pubertäre Oberschülerlyrik», nennt er Königs Musik.

Mit dem Schlagerstar kommt er trotzdem bald auf Tuchfühlung - denn Boerne und König wohnen im selben Hotel. Seine Wohnung musste der Professor wegen einer Spinnen-Plage vorerst verlassen. Bald entwickelt sich zwischen dem hochnäsigen Mediziner und dem herzensbrechenden Musiker eine wahre Männerfreundschaft. Währenddessen hat Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) alle Hände voll zu tun - denn in Münster ist eine Leiche aufgetaucht. Hat der fanatische König-Fan Christiane Stagge (Fritzi Haberlandt) die tote Frau auf dem Gewissen? Oder ist der Sänger selbst der Mörder? Und was hat Manni Pleuger (Guntbert Warns), Rocker aus Berlin und alter Kumpel von Thiels Vater (Claus D. Clausnitzer), mit dem Fall zu tun? Offensichtlich hat er mit König noch eine Rechnung offen - und bald taucht eine zweite Leiche auf.

Unser Fazit: Dass der Gast-Darsteller im Vorfeld mit seinem Rechtsstreit um den eigens für diesen "Tatort" komponierten Song "Egoist" kräftig Reklame für die Folge machte,konnte sich 2013 an den Quoten ablesen lassen: 12,81 Millionen Zuschauer schalteten damals ein.

Die Drehbuchautoren Stefan Cantz und Jan Hinter hatten bei ihrer zehnten Münster-Geschichte zwar auf alle Knöpfe gedrückt, mit denen die Fans von Dick und Doof am Sonntagabend zu erreichen sind, aber wirklich schlüssig war daran mal wieder nichts.

Die Idee, den alternden Schlagerbarden Roman König (Roland Kaiser) als eine vornehme Persiflage des früheren Wettermoderators Jörg Kachelmann auftreten und sich in der Herde seiner Liebschaften schließlich tödlich verheddern zu lassen, ging im sonstigen Gag-Gewitter vollkommen unter. Das Problem des Münsteraner "Tatort" ist, dass seine Figuren auserzählt sind, und jede neue Folge aussieht wie eine Wiederholung.

(RP)