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Super Bowl: Pro7-Kommentatoren - was Jan Stecker über „Icke“ denkt

Interview mit Super-Bowl-Kommentator : Was ProSieben-Mann Jan Stecker über „Icke“ und die „Playclock“ denkt

Am Sonntag steigt der Super Bowl in Miami. Wieder vor Ort ist Jan Stecker, der für ProSieben das Spektakel kommentieren wird. Wir haben mit ihm über Football, die Sendung „ran NFL“ und Rhein Fire gesprochen.

Die ganze Sportwelt guckt am Sonntag nach Miami. Dort stehen sich die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers (Kick-Off 0.30 Uhr in der Nacht zu Sonntag) im Super Bowl der amerikanischen Profiliga NFL gegenüber. Ein weltweites Spektakel. Auch auf ProSieben wird das Spiel, in dessen Halbzeitshow die Superstars Shakira und Jennifer Lopz auftreten, übertragen. Jan Stecker wird das Spiel gemeinsam mit Patrick „Coach“ Esume und Christoph „Icke“ Dommisch kommentieren. Die Übertragungen von „ran NFL“ sind ein absoluter Quotengarant.

Im Interview spricht Stecker, der jahrelang Stadionsprecher des Düsseldorfer NFL-Europe-Teams Rhein Fire war, über die Faszination Super Bowl, den Widerspruch der Mega-Veranstaltung und des großen Erfolgs der Übertragungen im deutschen Fernsehen.

Die „ran NFL“-Sendungen zeichnen sich durch die lockere Art, witzige Diskussionen und enorm hohes Fachwissen aus. Eine Kombination aus allem. Regelmäßig wird darüber gelacht, dass Sie mit dem Wort „Playclock“ (Spieluhr) hadern und manchmal „Playcock“ sagen. Können Sie es denn kurz vor dem Super Bowl nun problemlos herunter rattern?

Stecker Ich zucke immer noch ein bisschen. Immer, wenn ich „Playclock“ sage, überlege ich kurz und erinnere mich daran, das „L“ noch reinzubringen. Meine Kollegen warten nur darauf, dass ich es falsch sage, um sich über mich lustig machen.

Es gibt aber keinen Topf, in den Sie einzahlen müssen, wenn Sie mal die Begriffe durcheinanderbringen?

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Stecker Nein, den gibt es bisher noch nicht, aber das ist sicher eine gute Idee, da kommt ja eine Menge Kohle zusammen.

Die Übertragungen sind ein voller Erfolg für ProSieben und ProSiebenMaxx. Was zeichnet den Charme dieser Sendungen aus?

Stecker Wir mögen uns, wir haben Spaß und lieben das Thema, das lassen wir in der Sendung raus. Da muss man der Sendungsleitung aber auch ein Kompliment machen, dass sie es uns machen lassen. Wir reden normal miteinander, so würden wir uns auch über Football unterhalten, wenn die Kamera aus wäre.

Wie wichtig ist es denn, dass nicht die ganze Zeit herumgeblödelt wird?

Stecker Es ist die Mischung, die es ausmacht. Ob es jetzt Patrick „Coach“ Esume, Roman Motzkus oder Björn Werner ist: Was die Analysen angeht, haben wir eine wirklich hohe Qualität. Manchmal sehen wir Dinge auf dem Feld vor den TV-Sendern in den USA. Oft haben wir schon Szenen analysiert und die US-Kollegen kommen dann erst hinterher. Wir haben gute Experten, die das dann auch sehen. Wenn du nur Klamauk machst und nichts dahinter steckt, dann ist es falsch. Wir erkennen früh, was da auf dem Spielfeld passiert. Die Regeln werden immer komplizierter, aber wir müssen ganz selten mal im Regelbuch nachschlagen.

Sie machen überhaupt keinen Hehl aus ihren Sympathien zu den jeweiligen Vereinen, ziehen sich in der Übertragung auch oft damit auf. Sie sind großer Fan der Green Bay Packers, hatten Sie ihren Käsehut schon rausgelegt?

Stecker Klar bin ich enttäuscht, ich wünsche mir immer, dass mein Team durchkommt. Dass es die Packers es so weit geschafft haben, hätte ich nicht gedacht. Ich habe aber auch gesagt, dass sie gegen die 49ers keine Chance haben werden. Ich freue mich auf das Endspiel, weil dort wirklich die beiden besten Mannschaften der Saison sind. Das ist auch gut für uns. Es wird ein spannendes Spiel und der absolute Hammer.

Anders als der Super Bowl 48 im Jahr 2013, den Sie als den langweiligsten Super Bowl bezeichnen, den Sie vor Ort erlebt haben.

Stecker Da haben die Seattle Seahawks die Denver Broncos so auseinandergenommen. Das ist das schlimmste, was du haben kannst, wenn im dritten Viertel alles schon entschieden ist. Die Seahawks gewannen damals 43:8. Das Wichtigste und Schönste ist, wenn du einen spannenden Super Bowl hast. Auch wenn es wenig Punkte gibt, so wie im Vorjahr.

Sie feiern ein Jubiläum, es ist der zehnte Super Bowl, den Sie vor Ort kommentieren dürfen. Wie kann man sich die Woche in Miami so vorstellen, bis dann in der Nacht zu Montag deutscher Zeit das Finale steigt?

Stecker Man hat fast täglich eine Pressekonferenz, zu der man hingeht. Die Spieler und Trainer sind da echt locker. Jeden Tag kannst du los laufen und merkst, wie die Stadt voller wird. Es kommen mehr Fans, es gibt mehr Partys.

Müssen Sie sich manchmal eigentlich kneifen, wenn Sie da vor Ort sind und auch ein Bestandteil der riesengroßen Show sind und vor Ort kommentieren dürfen?

Stecker Kneifen nicht, aber für mich ist es ein absoluter Traum. Ich bin dankbar, dass ich da hin darf. Ich genieße es total, bleibe nach dem Super Bowl auch noch ein paar Tage da. Das kommentieren zu dürfen ist schon ein wahr gewordener Traum.

Ist der Glanz, der vom Super Bowl ausgestrahlt wird, nicht auch ein riesiger Gegensatz zu der aktuellen Zeit, in der man durchaus sagen könnte: Amerika hat wirklich andere Probleme?

Stecker Was am Ende über allem steht, ist der Sport. Natürlich ist da ein großes Drumherum, das ist alles „Show and shine“. Das ist schon gewaltig, eine Monstershow. Aber wenn es dann sportlich losgeht, muss man differenzieren. In Australien wurden die Australian Open auch nicht wegen der Buschbrände abgesagt. Der Sport ist etwas, was die Leute ablenkt. Das muss man schon von allem anderen abgrenzen.

Sie waren Stadionsprecher bei Rhein Fire in Düsseldorf bis zum Ende der NFL Europe 2007. Hätten sie damals gedacht, dass Football im Fernsehen in Deutschland so erfolgreich sein kann?

Stecker Es war eine geile Zeit bei Rhein Fire. Noch heute bin ich fassungslos, wenn ich sehe, welchen Weg Football genommen hat. Damals hätte ich nicht damit gerechnet. Auch bei Pro Sieben nicht, als wir uns vor fünf Jahren gesagt haben, wir übertragen die komplette Saison. Dass es so ein Erfolg wird, damit haben wir nicht gerechnet. Wir hatten auch Glück bei den Experten- und Kommentatoren-Castings. Auch die Installierung von ‚Icke‘ war wohl die beste Idee, die wir hatten. Keiner hat damit gerechnet, dass es so einschlägt und die Community immer weiterwächst. Wir sind jedes Jahr immer wieder überrascht, wie hoch die Zustimmung ist und weiter steigt.

Am Sonntag läuft das Finale auf ProSieben, der Großteil der Saisonspiele läuft auf ProSieben Maxx. Inwieweit müssen die Regeln, die kompliziert sind, immer wieder erklärt werden, oder werden sie irgendwann als bekannt vorausgesetzt?

Stecker Wenn wir die Saison auf ProSieben Maxx zeigen, wissen wir, dass ein Großteil der Zuschauer schon länger Football guckt und sich auch ein bisschen auskennt. Die meisten Regeln kann man eigentlich einfach erklären. Wenn wir bei ProSieben sind, dann machen wir es anders. Viele Zuschauer schalten nur zu den Play-Offs ein und da geben wir uns mehr Mühe, auch simple Regeln für jeden zu erklären. Bei ProSieben Maxx muss man dann nicht mehr alles erklären.

Bleiben wir bei den Regeln: Welche Regel im American Football würden Sie ändern, wenn Sie es könnten?

Stecker Ich würde eine einzige Regel ändern, und da hoffe ich, dass die NFL es bald macht: Dass nach einem Unentschieden in der regulären Spielzeit beide Teams die Möglichkeit bekommen, den Ball zu kriegen und Punkte zu machen.

Jetzt wollen wir noch Nägel mit Köpfen machen: 49ers oder Chiefs?

Stecker Das ist eine ganz schwere Entscheidung. Auf der einen Seite kannst du einen so genialen Spieler wie Pat Mahomes von den Chiefs nicht stoppen. Aber die Chiefs haben noch nie gegen so eine Defense gespielt, wie die der 49ers. Auf der anderen Seite sind die 49ers ein sehr lauflastiges Team, und wo haben die Chiefs die meisten Probleme? Beim Laufspiel. Ich würde es den Chiefs gönnen, denke aber, dass die 49ers den Super Bowl mit einem Field Goal entscheiden. 32:29.

ProSieben überträgt den Super Bowl am Sonntag ab 22.45 Uhr.