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Star-Wars-Serie bei Disney+: Obi-Wan Kenobi ist die letzte Hoffnung - Mini-Serie

Star-Wars-Serie bei Disney+ : Obi-Wan Kenobi ist die letzte Hoffnung für die Fans

Der Streamingdienst Disney+ macht einen neuen Anlauf, sich nach einer missratenen Film-Trilogie mit den Star-Wars-Fans zu versöhnen: Obi-Wan Kenobi kehrt in einer sechsteiligen Mini-Serie zurück. Der Trailer macht tatsächlich Lust auf mehr.

Wüste, Sand, trockenes Gestein und ein kleines Stück Musik, das sofort Erinnerungen weckt. Es ist die gleiche Melodie, die im allerersten Star-Wars-Film 1977 gespielt wurde. Als eine Figur ihren Auftritt hatte: Obi-Wan Kenobi. Damals gespielt von dem britischen Ausnahme-Schauspieler Alec Guinness. Seit der Prequel-Trilogie (1999) hat Ewan McGregor die Figur übernommen, der nun auch in der neuen Disney-Serie in die Rolle des ehemaligen Jedi-Ritters schlüpft. Und wie im ersten Krieg-der-Sterne-Filme erzeugen die Bilder von Sand die Vorstellung alter Geheimnisse, untergegangener Mysterien und verschollener Wahrheiten. Schon die ersten Szenen wecken wieder die Faszination für Star Wars und die neue Geschichte um Obi-Wan Kenobi.

Der scheint auf der Wüstenwelt Tatooine als einfacher Arbeiter untergetaucht zu sein, der aber gleichzeitig ein Auge auf den etwa zehn Jahre alten Luke Skywalker hat – den er als Sohn von Anakin Skywalker (Darth Vader) beschützen möchte. Zu jemanden, den wir nicht sehen, sagt er sogar: „Der Kampf ist vorbei. Wir haben verloren.“ Er scheint abgeschlossen zu haben mit seiner Vergangenheit und will in nichts mehr hineingezogen werden. Der ehemalige Held der Klon-Kriege konzentriert sich nur noch auf Luke Skywalker. Das wird in wenigen Bildern erzählt, als er ihn durch ein Fernglas beobachtet. Und der junge Luke zeigt tatsächlich Ähnlichkeiten zu seinem Vater Anakin, den wir in „Phantom Menace“ (1999) als Rennpiloten gesehen haben.

Doch mit wem genau spricht Obi-Wan in dem Trailer? Ist es der Geist von seinem ehemaligen Meister Qui-Gon Jinn? Hat der Schauspieler Liam Neeson vielleicht sogar einen Gastauftritt? Wir denken nicht. Möglicherweise redet er mit einem der wenigen überlebenden Jedi, der ihn für den Widerstand gewinnen will. Doch dann würde in den nur sechs Episoden eine neue Figur eingeführt werden. Das ist nicht unmöglich. Aber für uns wahrscheinlicher ist der auch im Film „Rogue One“ genutzte Charakter von Bail Organa (Jimmy Smits), der Obi-Wan von der langsam aufkeimenden Rebellen-Allianz überzeugen möchte. Zum einem weiß Bail, dass der jedi-Meister sich auf Tatooine aufhält. Zum anderen ist er der Adoptiv-Vater von Lukes Zwillingsschwester Leia. Und die soll gerüchteweise einen Auftritt in der Serie haben. Zumal wir im Trailer sehen, dass Obi-Wan den Wüstenplaneten verlässt. Vielleicht um Leia zu retten? Das wäre ein überzeugender Grund.

Während wir noch rätseln, kommt im Trailer plötzlich der eine Moment, der Gänsehaut erzeugt und Schauer über den Rücken jagt: Das eindringliche Duel-of-the Fates-Thema erklingt, das John Williams für „Phantom Menace“ geschrieben hatte. Für die Serie hat der mittlerweile 90-jährige Filmmusiker noch einmal ein Stück komponiert. Doch sein über 20 Jahre altes Meisterwerk hat nichts von seiner Kraft verloren. Und als sich zwei Metalldornen aus der Dunkelheit schälen, wissen wir zunächst nicht: Ist es die Festung von Darth Vader auf Mustafar? Erneut haben wir eine Gänsehaut. Aber es ist ein Raumschiff, das auf dem Weg zum Hauptquartier der Inquisitoren auf dem Planeten Nur ist. In dem Spiel „Star Wars Jedi: Fallen Order“ wurde das bereits eingeführt - indes noch nie in einem Film oder einer TV-Adaption. Dann spricht auch der Groß-Inquisitor, den wir bislang nur aus Comics und der Zeichentrick-Serie „Rebels“ kennen. Und sowohl im Auftreten und der Wortwahl erinnert er nicht zufällig an einen Nazi, der Juden jagt. Die Inquisitoren sind ehemalige Jedi, Padawan-Schüler oder machtsensitive Wesen, die vom Imperator und Darth Vader korrumpiert und auf die dunkle Seite gezogen wurden. Sie sind zwar zu schwach, um diesen beiden zentralen Figuren der Sith im Imperium gefährlich zu werden. Aber sie sind stark genug, um die letzten Jedi aufzuspüren und zu vernichten.

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Und in nur wenigen Szenen sehen wir, wie skrupellos und fanatisch die Inquisitoren vorgehen: Auf Tatooine, vermutlich in Anchorhead, wird offenbar jemand gehängt. Lars Owen, der Onkel von Luke Skywalker, schaut dabei zu. Dafür konnte Disney erneut den Schauspieler Joel Edgerton gewinnen, der diese Rolle auch in „Attack of the Clones“ (2002) und „Revenge of The Sith“ (2005) übernommen hatte. Wird er es sein, der die Inquisitoren auf die Spur von Obi-Wan führt? Oder verrät er sich selbst, weil er nicht aus seiner Haut kann? So, wie es der Groß-Inquisitor sagt. Muss er Tatooine verlassen, um das Imperium von Luke Skywalker abzulenken? Oder erfährt er, dass man der Verbindung von Bail Organa und den Rebellen auf der Spur ist – was schlussendlich Lukes Zwillingsschwester Leia in Gefahr bringen könnte? Schließlich wächst sie bei Bail Organa auf.

Kenobi wird auf jeden Fall Tatooine verlassen und seiner eigentlichen Aufgabe, der Schutz von Luke Skywalker, den Rücken zu kehren. Denn wir sehen ihn im Trailer auf dem Planeten Daiyu, der laut dem Produzenten an Hong Kong angelehnt sein soll. Und dort jagen die Inquisitoren offenbar den Jedi, der etwa zehn Jahre später Luke Skywalker auf den Pfad der Macht führen wird.

Eine Figur sehen wir indes im Trailer nicht: Darth Vader beziehungsweise Anakin Skywalker. Hayden Christensen wird 17 Jahre nach „Revenge of the Sith“ erneut in diese Rolle schlüpfen – obwohl er für seine Darstellung damals zu Unrecht stark kritisiert worden ist. Sein eigentlicher Auftritt soll offenbar noch eine Überraschung bleiben. Aber zu Beginn des Trailers und am Ende erklingt kurz eine Version von „Battle of Heroes“. Das ist das Musikstück, das während des Duells von Obi-Wan Kenobi mit Anakin Skywalker auf Mustafar in „Revenge of the Sith“ genutzt wurde. Ein erneuter Kampf zwischen ihnen scheint unvermeidlich.

Macht der Trailer Lust auf die Serie? Defintiv. Und er weckt die Hoffnung auf eine düstere, epische Geschichte mit einem Obi-Wan Kenobi, den wir so noch nicht kennen. Vorausgesetzt, dass Disney den Fehler von „Book of Boba Fett“ vermeidet. Bei allen Anleihen an Italo-Western wurde aus der mysteriösen Figur des Boba Fett kein Antiheld, der sich in einer moralischen Grauzone bewegt. Vielmehr hat man ihn zu einem etwas weichgespülten Anführer gemacht. Das war zwar in sich schlüssig, aber es hat der Figur viel von ihrer ursprünglichen Wucht und Rätselhaftigkeit genommen. Und das war am Ende ein wenig enttäuschend. Bei Obi-Wan haben wir die Hoffnung, dass die Story bewegender sein wird. Schließlich spielt die Serie in einer Zeit, in der das dunkle Imperium auf seinem Höhepunkt ist und es nur Funken des Widerstands gibt. Zudem ist Obi-Wan die eine Figur, die sowohl in der ersten Trilogie (1977 bis 1983) als auch in den Prequels (1999 bis 2005) eine tragende Rolle spielte. Sie verbindet bereits zwei Generationen von Star-Wars-Fans und könnte wie schon „Baby Yoda“ eine Brücke schlagen. Zum Disney-Star-Wars-Universum.

Obi-Wan Kenobi ab dem 25. Mai bei Disney+