Netflix und Co: Streaming-Filme haben auch weiterhin keine Chance auf einen Oscar

Pech für Netflix : Streaming-Filme haben auch weiterhin keine Chance auf einen Oscar

Ein Film muss mindestens sieben Tage im Kino gelaufen sein, um bei den Oscar-Nominierungen eine Chance zu haben. An dieser Regel wird sich auch in Zukunft erst einmal nichts ändern. Netflix und Co. haben aber einen Trick.

Streamingdienste wie Netflix werden bei der Auswahl künftiger Oscar-Kandidaten vorerst nicht mit der vollen Palette ihrer Filme berücksichtigt. Wie das Vorstandsgremium der Academy of Motion Picture Arts and Science am Mittwoch entschied, muss ein Film für eine Oscar-Nominierung weiter unbedingt mindestens sieben Tage lang im Kino gelaufen sein. Die entsprechende Regel wird nicht geändert, obwohl sogar in Hollywood viele für eine Lockerung plädiert hatten. Netflix streamt die meisten seiner neuen Filme direkt auf seiner Plattform, nur wenige Ausnahmen laufen auch im Kino.

Die Kinoerfahrung sei ein integraler Bestandteil der Filmkunst, erklärte der Präsident der Oscar-Akademie, John Bailey, in einer Stellungnahme. Dennoch sei das Thema stark in dem Gremium diskutiert worden. „Wir wollen die tiefgreifenden Veränderungen in unserer Branche weiter beobachten und die Diskussionen darüber mit unseren Mitgliedern fortsetzen.“

Im vergangenen Jahr hatte Netflix eine Handvoll seiner Filme auch in Kinosälen gezeigt, der bekannteste darunter ist wohl Alfonso Cuaróns „Roma“. Dieser wurde schließlich auch für zehn Oscars nominiert und gewann am Ende drei. Die größten Kinoketten weigern sich allerdings oftmals, Filme mit einer Laufzeit von weniger als den traditionellen 90 Tagen zu zeigen.

In Hollywood hatten sich Promis wie Steven Spielberg zuletzt dafür ausgesprochen, die renommierte Filmpreisverleihung mehr für Streamingdienste zu öffnen. In der „New York Times“ wurde Spielberg am Dienstag mit den Worten zitiert, er wolle zwar, dass das Kinoerlebnis überlebe. Aber letztlich komme es nicht auf die Größe der Leinwand oder des Bildschirms an, solange jeder Zugang zu großartigen Geschichten habe.

Davon unbenommen verabschiedete das Vorstandsgremium der Academy einige Änderungen. So wird aus der Kategorie bester fremdsprachiger Film künftig bester internationaler Spielfilm. Und in der Kategorie bestes Make-up und Frisuren wird künftig aus fünf statt nur aus drei Nominierten der Gewinner gewählt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die Gewinner der Oscars 2019

(lukra/dpa)
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