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"M.O.M" bei Joyn: Mutti als Milf und peinliche Dates mit Playboy-Kandidaten

Peinliche Dates in neuer TV-Show „M.O.M“ : Mama, pack deine Brüste ein

Das neue Dating-Format „Milf oder Missy“(kurz: „M.O.M.“) beim Streamingdienst Joyn zeigt willige Mütter in den besten Jahren und in freier Wildbahn. Das sollte kein Kind vor dem Einschlafen schauen. Erwachsene übrigens auch nicht.

Mütter sind in der Regel Vorbilder für Ihre Kinder. Zu Müttern schaut man auf, Mütter sind unantastbar. Und eines muss klar sein: Sie haben kein Sex-Leben, beziehungsweise will man davon als Kind nichts wissen – egal, wie alt man ist. Man ist damals irgendwie entstanden, überzeugend ist da auch die Theorie mit dem Storch. Und jetzt stelle man sich einmal vor, die eigene Mutter ist im Fernsehen – und zwar nicht in irgendeiner Kochshow (was ja je nachdem auch schon peinlich wäre). Sondern sie präsentiert sich in der Kategorie „Milf“. Das ist die englische Abkürzung für „Mother I’d like to fuck“, zu Deutsch: „Mutter, die ich gerne ficken würde“. Ja, das gibt es tatsächlich, in einem neuen Format beim Streamingdienst Joyn.

Eigentlich ist diese Sendung wie „Der Bachelor“, nur mit zwei Junggesellen. Von denen ist zwar nur einer jung, aber beide wollen, dass sich hübsche Frauen zu ihnen gesellen. Der eine ist Marko, 28 Jahre alt. Der andere Felix, 57 Jahre alt. Ihnen stehen zwei Frauen-Trüppchen zur Verfügung – der eine mit älteren Frauen, der andere mit jüngeren. Die älteren Damen nennen die Sendungsmacher „Milfs“, die jüngeren „Missies“. Da gibt’s schon die erste Fehlkonstruktion: Mit 37 zählt man laut den Sendungs-Machern also zum älteren Semester. Da haben viele Frauen in der heutigen Zeit noch nicht einmal angefangen, Kinder zu bekommen. Was zum zweiten Manko führt: Einige der Kandidatinnen, die als Milfs durchgehen sollen, haben überhaupt gar keine Kinder. Dabei ist ja schon eines der entscheidenden zwei Kriterien nicht erfüllt. Denn laut Definition muss eine Milf Kinder haben und heiß sein. Sexismus lässt grüßen.

Das wiederum führt uns zu den zwei Möchtegern-Bachelors. Felix ist objektiv betrachtet nett, sympathisch und offenbar auch sehr erfolgreich in seiner Architekten-Karriere – das erwähnt er auch gerne an jeder passenden und auch unpassenden Stelle. Er soll den Gentleman in diesem Milf-Missy-Gedöns darstellen, dabei ist er keineswegs besser als unser Ex-Bachelor Basti. Denn die jüngeren Kandidatinnen nennt er auch gerne mal „Mädchen“. Das bekommt einen noch seltsameren Touch, da er theoretisch ihr Vater sein könnte. Aber gut, egal – würde jetzt wohl auch Michael Wendler sagen.

Felix lädt abwechselnd die beiden Damen-Riegen zu sich nach Berlin ein. Und da müssen die jungen Kandidatinnen, die Missies, dem Papa erst einmal zeigen, was sie so hausfrauentechnisch können. So sollen die sechs Frauen ein Mahl für seine besten Freunde zubereiten. Wer nicht gleichmäßig dicke Scheiben Thunfisch schneiden kann, ist für Felix schon deplatziert. „Was habe ich gerade gesagt“, mahnt er die arme kleine Maria, die es eben nicht kann. Michelle hingegen ist da laut seinen Aussagen „sehr geschmeidig“ in der Küche. Anschließend präsentiert er alle nacheinander in schicken Kleidchen seinen Freunden und lässt sie dabei überhaupt nicht zu Wort kommen. Getoppt wird der Abend nur von einem von Felix Freunden. Denn der hatte gar keine Lust, sich überhaupt mit einer der Frauen zu unterhalten, da sie ja überhaupt nicht in diese Kreise passen würden.

Die Milfs dürfen mit Felix dann eine Stadtrundfahrt machen und sich anzügliche Sprüche anhören. Beweisen müssen die eigentlich nichts, der Umgang ist weitaus respektvoller. Felix ist da eher ein bisschen „entspannter“ unterwegs.

Und dann ist da ja noch Marko, der natürlich noch ganz viel von Felix lernen muss. Insgesamt geht der aber besser mit den Frauen um – mal abgesehen davon, dass Tam direkt beim ersten Einzel-Date die Zunge in den Hals gesteckt bekommt. Hier wurde offenbar tatsächlich vom Ex-Bachelor gelernt. Marko nimmt außerdem gerne das Wort Milf in den Mund – bei jedem Mal durchfährt den Zuschauer ein leichtes Zucken. Denn irgendwie ist diese Bezeichnung doch mehr eine Beleidigung als ein Kompliment, oder?

Aber dieser Jungspund animiert die tatsächlichen Milfs, sich wieder wie 28 zu fühlen. Als sie Marko in München besuchen, saufen sie, was das Zeug hält. Sie grölen, tragen keine BHs und zeigen Nippel. Und das innere Kind schreit: „Mama, pack deine Brüste ein!“. Sie finden seinen Körper „lecker“ und der Rest soll dem Leser an dieser Stelle erspart bleiben. Echte Vorbilder eben. Immerhin blieb den Kindern bisher Schlimmeres erspart: keiner der Milfs vollzog irgendeine Form des sexuellen Aktes. Doch das wird vermutlich nicht so bleiben. Also bitte nicht vor dem Einschlafen schauen – Albträume sind sonst garantiert.