1. Panorama
  2. Fernsehen
  3. Streaming

ARD und ZDF: Inhalte werden auf gemeinsames Streaming-Netzwerk gelegt

Einheitliches Empfehlungssystem : ARD und ZDF schaffen gemeinsames Streaming-Netzwerk

Künftig finden Nutzer die Inhalte von ARD und ZDF in einer gemeinsamen Mediathek. Mit einer Fusion habe das jedoch nichts zu tun, beide Sender sollen eigenständig bleiben.

ARD und ZDF führen ihre Mediatheken zu einem gemeinsamen Streaming-Netzwerk zusammen. „Wir schaffen eine gemeinsame Erlebniswelt für die Nutzerinnen und Nutzer“, sagte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow am Montag bei der Vorstellung des Konzepts in einer Online-Konferenz in Mainz. Über ein Benutzerkonto können dann sowohl Inhalte von ARD wie auch von ZDF abgerufen werden. Die rechtliche Eigenständigkeit der beiden Anbieter bleibe dabei jedoch erhalten.

ZDF-Intendant Thomas Bellut erklärte, man werde dabei ein gemeinsames Personalisierungs- und Empfehlungssystem schaffen und so einen „positiven Wettbewerb um die besten Inhalte“ forcieren. Es sei eine tiefgreifende Änderung der bisherigen Kultur, wenn in den Mediatheken nun nebeneinander Inhalte von ARD und ZDF empfohlen würden .

Eine klare Absage erteilten Bellut und Buhrow Forderungen nach einer weiteren Zusammenlegung der beiden öffentlich-rechtlichen Anbieter. „Es spricht alles nach wie vor gegen eine Fusion“, sagte ZDF-Intendant Bellut. Vielmehr müsse die Vielfalt erhalten bleiben und zugleich die Zusammenarbeit verbessert werden. Begünstigt werden soll die engere technische Zusammenarbeit durch den gemeinsamen Standort beider Mediatheken in Mainz.

Bis das System richtig läuft, rechnet Bellut mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren. Bei den Kosten erwartet der ZDF-Intendant keine größeren Einsparungen. Buhrow betonte jedoch, dass man den Beitragszahlern keine Rechnung für das neue Angebot präsentieren werde.

Beide Sender investieren nach eigenen Angaben jährlich einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in ihre Mediatheken. Erlöse aus dem neuen Angebot, das auch für andere öffentlich-rechtliche Anbieter zugänglich sein soll, sind laut Buhrow nicht zu erwarten.

SWR-Intendant Kai Gniffke betonte jedoch, man setzte mit der neuen Plattform ein Gegengewicht zu anderen Streaming-Anbietern, die überwiegend aus Übersee kämen, und könne womöglich in Zukunft selbst eine führende Rolle auf diesem Sektor übernehmen.

(c-st/epd)