"Stranger Things": Charlie Kessler wirft Matt und Ross Duffer Ideenklau vor

Klage am US-Gericht: Regisseur wirft "Stranger Things"-Machern Ideenklau vor

Ein US-Regisseur verklagt die Schöpfer der Netflix-Mysteryserie "Stranger Things". Matt und Ross Duffer sollen die Idee zur Serie von ihm geklaut haben.

Charlie Kessler behauptet, "Stranger Things" basiere auf seinem Kurzfilm "Montauk" aus dem Jahr 2012. Darin geht es um einen verschwundenen Jungen und geheime Machenschaften der Regierung. Den Duffer-Brüdern habe er 2014 bei einer Party des Tribeca Film Festivals von seiner Idee erzählt und ihnen später auch das Drehbuch sowie den Film gezeigt, behauptet Kessler in der Anklageschrift, die das Magazin "Hollywood Reporter" veröffentlicht hat. Die Duffers haben sich zu Kesslers Vorwürfen bislang nicht geäußert. Auch der Streamingdienst Netflix, der "Stranger Things" produziert hat, hat dazu bisher keine Stellung bezogen.

Laut Kessler legten die Duffer-Brüder dem Streamingdienst das Projekt unter dem Titel "Montauk" vor. Im Frühjahr 2015 soll Netflix das Projekt abgesegnet haben. Der Titel sei erst in "Stranger Things" geändert worden, als die Handlung der Serie von dem titelgebenden Dorf auf Long Island nach Indiana verlagert worden sei.

Mitte Juli 2016 erschien die erste Staffel der Science-Fiction-Mysteryserie bei Netflix, die zweite folgte 2017. "Stranger Things" ist so erfolgreich, dass der Streamingdienst im Dezember bekannt gab, eine dritte Staffel zu produzieren. Die Serie spielt in den 80er Jahren und handelt von einer Gruppe von Kindern, die auf ein mysteriöses Mädchen trifft. Auch hier verschwindet ein Junge.

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Kesslers Anwalt Michael Kernan argumentiert, dass die Gespräche zwischen seinem Mandanten und den Duffers einen mündlichen Vertrag dargestellt hätten. Er fordert für seinen Mandanten deshalb eine finanzielle Entschädigung. "Mit dem gewaltigen Erfolg der Serie 'Stranger Things', die auf den Konzepten des Klägers basieren, haben die Beklagten riesige Geldsummen verdient", schreibt Kernan in der Anklageschrift. Außerdem sollen die Duffer-Brüder Kesslers Konzept nicht mehr verwenden und all das Material zerstören, das darauf beruht.

Allerdings hatte vielleicht auch Kessler die Idee für die Mystery-Geschichte nicht als erster. Nach Recherchen der Zeitschrift "Variety" soll sie von dem Autor Preston Nichols stammen. Dessen Buch "The Montauk Project: Experiments in Time" erzählt von einer Reihe von Verschwörungstheorien auf Long Island. Es ist bereits 1992 erschienen.

(eler)