Stefan Raab: TV-Legende wird 50 Jahre alt

Runder Geburtstag: Stefan Raab – eine TV-Legende wird unauffällig 50

Es ist nicht lange her, da war das kaum vorstellbar: deutsches Fernsehen ohne Stefan Raab. Am Donnerstag feiert einer der berühmtesten deutschen Entertainer seinen 50. Geburtstag – ohne TV-Auftritt.

Stefan Raab hat immer noch seine Auftritte. Sie kommen vorzugsweise dann, wenn sein alter Sender ProSieben eine neue Samstagabendshow ausprobiert, so wie kürzlich das "Auswärtsspiel", bei dem Raab mit seinem altem Kompagnon Elton vor der Kamera stand. "Stefan Raab, wir wollen dich zurück! Mehr denn je!", twittert dann jemand. Oder: "Danke für das #Aus-waertsspiel gestern! Seit langer Zeit lag wieder ,Raab' in der Luft."

Offenkundig gibt es für viele Menschen immer noch eine Art Raab-Skala, mit der sie die Qualität von Fernsehunterhaltung bewerten können. Kein Wunder: "König Lustig" herrschte über ein TV-Universum. Raab ist im kollektiven Gedächtnis geblieben. Was erstaunen könnte, denn der Fernseh-Guru lässt seit seinem Rückzug vom Bildschirm Ende 2015 nichts mehr von sich hören. Auch nicht zu seinem 50. Geburtstag, den er am Donnerstag feiert. Interview-Wünsche lehnt er ab.

Ein Anruf bei seinem Management: Kann man zumindest erfahren, was der "Raabinator" aktuell so treibt? "Nein", lautet die Antwort. Raab habe sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. "Derzeit genießt er seine Auszeit", sagt Managerin Gaby Allendorf. "Was er vorhat, steht in den Sternen." Ähnliches hört man bei der Produktionsfirma Brainpool, bei der er Gesellschafter ist. Auch beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC), den die Brainpool-Tochter Raab TV produziert, sei er konzeptionell nicht beteiligt. "Er hat sich ja aus dem TV-Geschäft zurückgezogen." Ein Sprecher seines alten Auftraggebers ProSieben sagt: "Das Private war bei Stefan Raab immer privat. So hält es ProSieben auch zu seinem Geburtstag. Wir gratulieren ihm herzlich. Aber Off Air."

Im Juni wurde Raab zumindest mal gesichtet – bei einem Konzert von Udo Lindenberg. Auf der Bühne trommelte er auf dem Schlagzeug. Ansonsten scheint er in Fernseh-Rente zu sein. Sein Privatleben hat er immer unterm Deckel gehalten. Bekannt ist, dass er gern Segeltörns macht und dass er sich gelegentlich auf der Tribüne des 1. FC Köln blicken lässt.

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Noch vor einigen Jahren war deutsches Fernsehen ohne Raab schwer vorstellbar. Auch wenn es ein Video von ihm gibt, in dem er mit etwa 30 prophezeit, "nicht im Fernsehen alt werden" zu wollen. Weil er aber in seiner Hochphase wie ein Getriebener wirkte, der aus jeder Schnapsidee ein neues TV-Format bastelte, ließ sich so ein Satz lange leicht als Gerede abtun.

"Stefan Raab war ein Unikum in der Moderatorenlandschaft und ist daher nicht ohne weiteres ersetzbar", bilanziert die an der Universität Hamburg beschäftigte Medienwissenschaftlerin Joan-Kristin Bleicher die Monate nach Raabs Abtritt. "Doch auch bei den Nachwuchsmoderatoren lässt sich durchaus eine Profilbildung erkennen. Elton ist ebenso unverwechselbar wie Joko und Klaas. Ihnen fehlt jedoch eine vergleichbare eigene unternehmerische Anbindung, die ebenfalls zum System Raab gehörte."

Spekulationen um Raabs Rückkehr schossen schon kurz nach seinem Abschied ins Kraut. Aber vielleicht ist es so wie immer bei Raab. Er hat etwas umgesetzt, was andere für eine Schnapsidee hielten: mit 49 einfach aufzuhören.

Die TV-Karriere von Stefan Raab in Bildern gibt es hier zu sehen.

(dpa)