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Stefan Raab: Furiose Aufholjagd nach 0:10 bei Schlag den Raab

TV-Show "Schlag den Raab" : Panne beim Finale — Raab gewinnt dennoch gegen Förster

"TippKick", "Sandburgen bauen", "Confetti wenden", "Fäden ziehen" – bei "Schlag den Raab" kämpfte ein Kandidat mal wieder bei Kinderspielen und Banalitäten um 1,5 Millionen Euro. Der sympathische Förster Maximilian verlor in der 47. Sendung am Ende deutlich. Dabei hatte lange alles so gut für ihn ausgesehen.

"TippKick", "Sandburgen bauen", "Confetti wenden", "Fäden ziehen" — bei "Schlag den Raab" kämpfte ein Kandidat mal wieder bei Kinderspielen und Banalitäten um 1,5 Millionen Euro. Der sympathische Förster Maximilian verlor in der 47. Sendung am Ende deutlich. Dabei hatte lange alles so gut für ihn ausgesehen.

Es hätte sein Abend werden können. 10:0-Führung nach vier Spielen. Raab sprach- und chancenlos. Durchmarsch! Alles vorbereitet für den Jackpot mit 1,5 Millionen Euro Preisgeld. Maximilian Heizmann, 31-jähriger Förster aus Starnberg, erwies sich bei "Schlag den Raab" zunächst als hartnäckiger Gegner für Showmaster Stefan Raab. Am Ende sollte es aber nicht reichen. Der Kandidat ließ so stark nach wie er angefangen hatte.

Kandidat war sofort drin im Spiel

Anders als viele seiner Vorgänger war Maximilian von Anfang an sofort drin im Spiel und im Kampf um die 1,5 Millionen Euro. Und der 31-Jährige legte einen absoluten Traumstart hin. Die ersten vier Spiele gingen souverän an den Herausforderer — "Konfetti wenden" ebenso wie "Musik rückwärts" und "Schaukelball".

Beim "Sandburgen bauen" entschieden dann die Fernsehzuschauer, dass Maximilian die schönere Burg gebaut und sich die vier Zähler verdient hatte. Es war ein lustiges Spiel, aber fand für die Zuschauer leider nur hinter verschlossenen Türen statt. Sie sahen nur das Endergebnis. Schade! Der werdende Papa aus Starnberg zeigte jedoch, dass er als Vater in spe bereits gute Sandburgen baut. Und Schaukeln kann er auch.

Förster ließ sich nicht übertrieben feiern

Der Förster präsentierte sich extrem bescheiden, ruhig und fokussiert. Er war alles andere als ein Selbstdarsteller. Das ist bei den Kandidaten der Show nicht immer der Fall. Gewonnene Spiele nahm er lächelnd hin, ließ sich aber nicht übertrieben feiern. Er hielt die Konzentration. Gut so! Bei ihm schien das Gesamtpaket aus Sympathie-Faktor, Intelligenz und Fitness zu stimmen.

Die Zuschauer freuten sich.

Juchu! Endlich mal wieder ein Gegner und kein Opfer bei #sdr Go!Go!Go!

Auch Moderator Frank "Buschi" Buschmann lobte Maximilian und nannte ihn mehrfach einen "super Kandidaten", der Spaß mache und für Raab eine harte Nuss sei.

Raab war bis zum fünften Spiel fast nur körperlich anwesend. Viele Twitterer wunderten sich schon.

Was ist bloss mit #Raab los? Bisher jedes Spiel verloren und er hat keine Fragen? #SdR

Tatsächlich fehlten die für den Spielemacher so typischen und nervigen Nachfragen bei Moderator Steven Gätjen fast vollständig.

Doch mit "Was fehlt?" im fünften Spiel änderte sich das Bild. Raab gewann — und war drin im Abend. Er erwachte aus einer in all den bisherigen Sendungen kaum gesehenen Lethargie. Und wie er erwachte! Raab hatte einen Lauf. Er entschied — inklusive "Was fehlt?" — die nächsten sechs Spiele für sich. Beim "Stand-Up-Paddling", da galt Raab eher als Außenseiter, siegte der 47-Jährige auf einem Surfbrett stehend durch einen Parcours paddelnd.

Raab jubelt mit typischem "Yeeees!"

Wie immer ging es für ihn um nichts als die Ehre. Doch das reicht beim Entertainer bekanntermaßen. Sein unbändiger Ehrgeiz ist sein größter Trumpf. So auch diesmal. Jedes triumphale Match bejubelte Raab mit einem lauten Schrei, meist mit dem typischen "Yeeees!"

Den Knackpunkt der Sendung erlebte der sympathische Kandidat mit dem markant tätowierten linken Arm beim siebten Match, der "Radar-Falle". Beide mussten mit einem Pkw in einer vorgegebenen Geschwindigkeitszone so schnell wie möglich fahren, ohne dass sie geblitzt werden. Ihr Tacho war verdeckt.

Es steht 2:2, entscheidender Punkt, 50er-Zone. Raab legt vor, 46 km/h. Maximilian folgt — mit 45 km/h. Wie bitter! Raabs Technik, er hielt seine Hand und sein Gesicht beim Fahren zur persönlichen Geschwindigkeitsmessung aus dem Fenster, hatte sich bezahlt gemacht.
Raabs ohnehin schon ausgeprägtes Selbstvertrauen wuchs weiter.

Raab gewinnt Spiel um Spiel

Der Showmaster sicherte sich auch die Punkte bei "Blamieren oder Kassieren" und im "TippKick". Bei "Namen" musste das Duo dann anhand von Fotos den gemeinsamen Nachnamen von je fünf Prominenten erraten. Der gelernte Metzger Raab siegte mit 7:0.

An Raabs Tagessieg änderte auch das "Rollstuhlrennen" nichts. Er zeigte — wie in jeder Sendung — konditionelle Probleme. Frank Buschmann machte sich lustig: "Das ist Schnappatmung." Maximilian drehte seine Runden deutlich schneller und kam noch einmal auf 21:45 heran.

"Headis" ein Kopf-an-Kopf-Rennen

"Headis", Tischtennis mit größerem Ball und dem Kopf als Schläger, war schließlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Den dritten Satz ließ Raab sich nicht nehmen. "Das macht total Spaß", kommentierte Raab. Maximilian hatte nach der Niederlage im "Headis", dem besten Spiel des Abends, verständlicherweise weniger Spaß.

Es folgte ein Matchballspiel für Raab. Im "Fäden ziehen" besiegelte er den Sieg. Kurios dabei: Das Konfetti rieselte bereits, Elton brachte die Koffer mit dem nicht gewonnenen Geld ins Studio, Raab wurde schon als Sieger verkündet. Doch der letzte Durchgang musste wegen eines Knotens im Faden von Maximilian wiederholt werden. Auch der Wiederholungsdurchgang ging an Raab.

Raab siegt 70:21

Nach fünfeinhalb Stunden, für Schlag-den-Raab-Verhältnisse ziemlich wenig, war um 0.36 Uhr Schluss. 21:70 hieß es am Ende. Maximilian fing blendend an, ließ dann aber auch stark nach. Erneut stellte Raab eindrucksvoll unter Beweis, dass er nur schwer zu knacken ist. Damit geht es in der nächsten Sendung am 13. September rum 2 Millionen Euro.

Am Rande bemerkenswert: Die häufig schier in die Endlosigkeit gezogene Kandidatensuche am Anfang wurde diesmal auf äußerst angenehme 20 Minuten reduziert.

(RP)