Tatort "Höllenfahrt": Sonntäglicher Piccolo mit Boerne und Thiel

Tatort "Höllenfahrt": Sonntäglicher Piccolo mit Boerne und Thiel

Düsseldorf (RPO). Jeder Sonntag, an dem Pathologe Boerne und Kommissar Frank Thiel den sonntäglichen "Tatort" beisteuern, ist ein besonderer. Weil bei den beiden neben der trockenen Ermittlungsarbeit der Klamauk im Vordergrund steht. So auch an diesem Sonntag.

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p class="text">Alles beginnt mit Boernes Golfturnier. Während Frank Thiel (Axel Prahl) auf einer Fortbildung scheitert, sucht Boerne mit einem Golfkollegen im Busch Golfbälle. Dabei entdecken sie einen Toten im Smoking. Alles sieht nach Selbstmord aus, doch die Fesselspuren an den Fußgelenken lassen Zweifel zu, dass Raimund Strothoff, der Münsteraner Bankier, sich selbst umgebracht hat. Also lässt Boerne das Golfspielen doch erst einmal ruhen und ruft Thiel an. Der wäre — wenn es sich nicht um eine Übung handeln würde - beinahe erschossen worden. Der Anruf von Boerne kommt also gerade recht. Die Ermittlungsarbeit beginnt.

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p class="text">Schnell erfahren die Ermittler, dass der tote Banker am Abend zuvor Streit mit einer Frau gehabt hat, zudem wird ein Trauma-Patient vermisst. Nach einer Motorradtour in der Sahara galt dieser neun Monate als verschollen. Der Chef der Firma, für die er damals arbeitete, ist ebenfalls ermordet worden. Und dann wird jener Patient ebenfalls tot aufgefunden.

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p class="text">Was folgt, ist eine Reise durchs Münsterland. Von einem Tatort zum nächsten. Mal in einem Mercedes-Cabriolet, das Gegenstand einer kleinen Auseinandersetzung mit einer Truppe Radfahrer wird (und auf dessen Scheibe am Ende mit roten Lettern "Arschloch" zu lesen ist). Wenig später sitzen die beiden bei Pathologie-Kollegin Alberich im roten Kleinstwagen — Boerne auf dem Rücksitz, höchst unfreiwillig, weil Thiel den Luxuswagen ruinierte.

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p class="text"> "Höllenfahrt" ist deshalb ein sehr gelungener "Tatort", weil die Mischung aus witziger Dialoge und ernsthafter Handlung perfekt abgestimmt ist. Spannende Momente werden mit kleinen Pointen gewürzt, die manchmal auf Schulhofniveau enden. Das ist nicht schlimm.

So endet der "Tatort", wie er begann. Thiel wird gefesselt und die Pistole an den Kopf gehalten. Diesmal ist sie geladen. Boerne kommt (gemeinsam mit einem Kollegen) rechtzeitig und verhindert das Schlimmste. Auch wenn der Schuss sich wenig später doch noch löst. Natürlich, weil Schulhofwitzigkeit. In der letzten Szene darf Boerne dann noch sein Golfturnier gewinnen. Nicht weil er besser ist, sondern weil Staatsanwältin Klemm den Konkurrenten festnehmen lässt. Abgesprochen? Nun ja. Boerne: "Ich habe den Champagner bereits kalt stellen lassen." Und, zu der kleinwüchsigen Alberich gewandt: "Für Sie natürlich nur einen Piccolo!" So isser nun mal. Und so soll er auch beim nächsten Mal wieder sein.

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