So war die Dortmunder "Tatort"-Folge "Zorn"

„Tatort“-Nachlese : Der Zorn der Kumpel

Das Dortmunder „Tatort“-Team liefert den passenden Krimi zum Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland. Der Fall war hervorragend besetzt - mit Schauspielern, aber auch Klischees.

Worum ging’s? Ein ehemaliger Bergmann wird erschossen aufgefunden. Er hatte sich für seine von Bergbauschäden gezeichnete Zechensiedlung engagiert und wollte eine höhere Entschädigung für die Bewohner durchsetzen. Mit der Frau eines Freundes hatte er eine Affäre – und Streit mit einem von der Zeche beauftragten Vermittler. Doch die richtige Spur im 13. Dortmunder Fall „Zorn“ führte letztlich zu einem mit Waffen handelnden „Reichsbürger“ – der als V-Mann des Verfassungsschutzes aber von diesem geschützt wurde.

Worum ging’s wirklich? Um das Ende des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet und die ehemaligen Bergleute, die vor dem Nichts stehen und ihre Verzweiflung in Pils ertränken. Oder wie die drei Freunde im Film ihre ehemalige, zum Freizeitpark umfunktionierte Arbeitsstätte in die Luft sprengen wollen.

Was war gut? Wie so oft war der „Dortmund“-Tatort hervorragend besetzt. Auch bei Nebenfiguren wie Bibiana Beglau als eiskalte Geheimdienstlerin Klarissa Gallwitz oder Thomas Lawinky, der Ex-Kumpel Ralf Tremmel herb und gleichzeitig überzeugend ängstlich gab. Dazu fingen triste Bilder das menschliche Drama stimmig ein.

Was war nicht gut? Zeitweise war das Ganze doch sehr klischeehaft – und die Auflösung inklusive dem im „Tatort“ so beliebten SEK-Einsatz etwas dick aufgetragen.

Worauf kann man sich freuen? Dank Kommissar Fabers  Deal mit dem Verfassungsschutz bleibt es spannend: Sein Intimfeind Markus Graf ist auf freiem Fuß – und er weiß auch wo.

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