1. Panorama
  2. Fernsehen

Tv-Kritik: Skurriler "Tatort" mit Devid Striesow

Tv-Kritik : Skurriler "Tatort" mit Devid Striesow

Anders als in vielen "Tatort"-Filmen zuvor stand in der ersten Folge mit Devid Striesow als etwas schräger Kommissar Jens Stellbrink nicht die kleinteilige Ermittlungsarbeit und Täterjagd im Vordergrund. Der Film wäre vermutlich auch ohne die obligatorische Leiche ausgekommen. Der Fokus lag vielmehr auf der Figur des Kommissars, der in schlabbrigen Stoffhosen daherkam, und auf der Ersatzvater-Tochter Beziehung zum titelgebenden Mädchen Melinda.

Im riesigen "Tatort"-Ermittler-Fundus fehlt ein solch überzeugter Esoteriker wie Stellbrink tatsächlich noch, der sich am besten bei Reggae-Musik, Yoga und mit einem Joint entspannt. In "Melinda" spielte Striesow seine Kollegen alle an die Wand. Kommissarin Lisa Marx – mit schwarzer Lederjacke und kühlem Blick – blieb oft nicht mehr übrig, als dem neuen Kollegen buchstäblich hinterherzurennen. Auch Staatsanwältin Nicole Dubois (Sandra Steinbach) erschien festgefahren in ihrer Rolle als pedantische Vorgesetzte. Beide Rollen wirkten fast klischeehaft überzogen. "Das halt ich nicht durch bis zur Rente", ließ Marx ihren neuen Kollegen zum Schluss wissen. Und tatsächlich stellt sich die Frage, wie diese Konstellation auf Dauer funktionieren wird.

In der ersten Folge zumindest wurde den Zuschauern eine sehenswerte Fortentwicklung des "Tatort"-Formats präsentiert, bei dem es sich lohnt, dranzubleiben.

Sybille Möckl

(RP)